Konsumgüter: Wie Europäischer Luxus trotz Sanktionen in Russland verkauft wird
Düsseldorf, Moskau. Während in der Ukraine der Luftalarm schrillt, tönt sanfte Lounge-Musik durch das Luxuskaufhaus Tsum in Moskau, das direkt neben dem berühmten Bolschoi-Theater liegt. Im Erdgeschoss hüllt die Parfümerieabteilung Kunden in eine Wolke aus teuren Düften von Tom Ford und Dolce & Gabbana. In den Stockwerken darüber gibt es Kleidung von Jil Sander und Schuhe von Prada. Online bietet das Kaufhaus seinen russischen Kunden hochwertigen Schmuck von Swarovski.
Auch Waren deutscher Hersteller stehen in den Edelkaufhäusern der russischen Hauptstadt zum Verkauf – eine pinke Daunenjacke von Hugo Boss, eine extravagante Porzellanvase von Villeroy & Boch oder Armreife und Ohrringe des Pforzheimer Schmuckherstellers Breuning.
Doch dieses Einkaufserlebnis dürfte es so eigentlich gar nicht geben. Viele der angebotenen Handtaschen, Schuhe, Blazer und Schals fallen unter die Sanktionen westlicher Staaten. Schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatte die Europäische Union die Ausfuhr von Luxusartikeln im Wert von 300 Euro pro Artikel nach Russland verboten.