Kaufland und Lidl: Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Wie der neue Chef der Schwarz-Gruppe das Discount-Prinzip neu erfindet
Der künftige Chef der Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe sucht nach Ideen für den Discounter der Zukunft.
Foto: imago/Frank SorgeDüsseldorf. Was wie eine Formalie klingt, war für Deutschlands größten Handelskonzern ein wichtiger Schritt. Kurz nachdem Gerd Chrzanowski die Leitung der Schwarz-Gruppe in Aussicht hatte, beförderte er die Leiter der Bereiche Digitalisierung, IT, Entsorgungswirtschaft und Produktion von Vorständen zu Vorstandsvorsitzenden ihrer Bereiche.
Chrzanowski signalisiert damit zweierlei: Er will das Familienunternehmen mit einer halben Million Mitarbeitern nicht mehr wie sein Vorgänger Klaus Gehrig als Alleinherrscher führen, sondern im Team mit den Bereichsverantwortlichen.
Und was noch viel wichtiger ist: Er will neue Geschäftsmodelle jenseits des klassischen Discounthandels unter den Marken Lidl und Kaufland entwickeln. Dafür braucht er möglichst unternehmerisch handelnde Bereichsverantwortliche.
Die Schwarz-Gruppe befindet sich in einem der größten Umbrüche der mehr als 90-jährigen Unternehmensgeschichte. Viele Grundlagen dafür wurden in den vergangenen Jahren gelegt. Doch erst der abrupte Abgang des langjährigen Patriarchen Gehrig nach über 40 Jahren macht nun den Weg frei für die Modernisierung.
Diese Kräfte braucht die Gruppe. Schließlich geht es derzeit um nicht weniger als die Neuerfindung des Discounts, mit dem die Schwarz-Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 122 Milliarden Euro gemacht hat. Gehrig – und wohl lange Zeit auch Eigentümer Dieter Schwarz – waren der Frage, wie dieses Konzept aussehen soll, jahrelang weitgehend ausgewichen.