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LuftfahrtLufthansa und Verdi wollen wieder über Krisenpakt für das Bodenpersonal reden

Das Unternehmen muss dringend Kosten senken und Personal abbauen. Nun will die Lufthansa wieder Tarifgespräche mit der Gewerkschaft aufnehmen. 28.10.2020 - 14:36 Uhr Artikel anhören

Der Konzern hatte ursprünglich 20 Prozent Einsparungen bei den Personalkosten für die Bodenbeschäftigten in Deutschland gefordert.

Foto: AFP

Frankfurt. Die seit Mitte August auf Eis liegenden Verhandlungen von Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi über einen Krisentarifpakt für die Bodenbeschäftigten sollen wieder aufgenommen werden. „Lufthansa kehrt zum Verhandlungstisch zurück – Gespräche werden nächste Woche fortgesetzt“, hieß es in einer Information von Verdi an die Beschäftigten, die Reuters am Mittwoch vorlag.

Das Unternehmen habe einen Entwurf über ein neues Konzept vorgelegt und sich erstmals seit August wieder zur Fortsetzung der Tarifgespräche bereiterklärt. Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte, dass der Gesprächsfaden wieder aufgenommen wird.

Die schwer von der Coronakrise getroffene Lufthansa steht so wie alle Fluggesellschaften unter großem Druck, Kosten zu senken und Personal abzubauen. Vereinbarungen mit den Gewerkschaften über Tarifabsenkungen und freiwilliges Ausscheiden könnten helfen, Massenentlassungen zu vermeiden. Die Lufthansa hatte die Verhandlungen mit Verdi Mitte August abgebrochen und bereitet Kündigungen vor.

Der Konzern hatte ursprünglich 20 Prozent Einsparungen bei den Personalkosten für die Bodenbeschäftigten in Deutschland gefordert. Die Gewerkschaft hatte ihrerseits Einsparungen von rund 600 Millionen Euro über dreieinhalb Jahre angeboten, was der Lufthansa nicht reichte.

Das Unternehmen wollte außerdem keinen Kündigungsschutz garantieren. Seither hätten sich die Lage im Luftverkehr und die Perspektiven der Lufthansa aufgrund der Pandemie dramatisch verschlechtert, hieß es in der Verdi-Mitteilung weiter. „Der Ernst der Situation war und ist allen Beteiligten bewusst.“

Die Lufthansa hatte erklärt, es gebe mittlerweile auf Dauer für 27.000 und damit für rund 5000 Beschäftigte mehr als zu Beginn der Krise angenommen keine Arbeit mehr. Die Airline-Gruppe halbierte angesichts des Nachfrageeinbruchs, der auf erneute Reisewarnungen wegen steigender Covid-Infektionszahlen folgte, das Flugangebot für den Winter auf maximal 25 Prozent des Vorjahresvolumens.

Für das kommende Jahr rechnet Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister allenfalls mit einem Hochlauf auf 60 Prozent der Vorkrisenkapazität bis zum Herbst – vorausgesetzt, die Pandemie kommt durch Impfen unter Kontrolle und Flugreisen werden wieder ohne Quarantäneauflagen möglich.

rtr
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