Lufthansa: Spohr zeigt sich von Dauerstreiks genervt
Frankfurt. Als Carsten Spohr am Nachmittag des 7. März in der Konzernzentrale von Lufthansa vor die Kamera tritt, hat er bereits zwei solcher Auftritte hinter sich gebracht: die Bilanzpressekonferenz und die Analystenkonferenz. Doch diese hier – das dürfte der Konzernchef geahnt haben – wird die schwerste werden.
In dem Format „Offen gesagt“ stellt sich der Topmanager den zigtausend Lufthanseatinnen und Lufthanseaten. Viele davon – die Mitarbeiter am Boden – demonstrieren an diesem Tag nicht weit entfernt für eine bessere Bezahlung. Es ist nicht der einzige Konflikt in der Gruppe.
Arbeitskämpfe werden in der Airlinegruppe so häufig ausgetragen wie in keinem anderen Unternehmen in Deutschland. Aber dieses Mal ist die Lage selbst für Lufthansa-Verhältnisse extrem: Fast die Hälfte der Belegschaft hat schon seit Jahresbeginn gestreikt, und der Zorn der streikenden Mitarbeiter – vor allem Bodenpersonal und Flugbegleiter – richtet sich nicht nur gegen das Management, sondern auch gegen die gut verdienenden Piloten.
Entsprechend angespannt ist die Stimmung im Unternehmen und bei der Mitarbeiterversammlung, zu der das Handelsblatt Zugang hatte.