1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel + Konsumgüter
  4. Luftverkehr: Darum muss Griechenland seine Flughäfen ausbauen

LuftverkehrDarum muss Griechenland seine Flughäfen ausbauen

In Deutschland schwächelt der Luftverkehr, in Griechenland boomt er. Das Land investiert deshalb massiv in den Ausbau seiner Flughäfen. Mit dabei ist auch ein deutscher Konzern.Gerd Höhler 08.01.2025 - 07:57 Uhr Artikel anhören
Passagiere auf Santorini: Auch kleinere Flughäfen bekommen mittlerweile sehr viele Besucher. Foto: Getty Images News/Getty Images

Athen. Der Tourismus in Griechenland boomt – und damit auch der Flugverkehr. Das Land verzeichnete 2024 mit fast 40 Millionen Gästen den zweiten Tourismusrekord in Folge.

Nach vorläufigen Berechnungen lag das Verkehrsaufkommen an den Flughäfen des Landes 2024 um 18 Prozent höher als im Vorkrisenjahr 2019. Der Flughafen Athen, der größte Griechenlands, meldete für die ersten elf Monate 2024 ein Passagierplus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Vom Boom im griechischen Luftverkehr profitiert auch ein deutscher Konzern: Die Fraport AG betreibt seit 2017 in Griechenland 14 Regionalflughäfen. Zum Portfolio gehören der Flughafen in Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki sowie Insel-Airports an touristischen Hotspots wie Rhodos, Mykonos, Kos, Santorini und Korfu.

Während der Fraport-Heimatflughafen Frankfurt in den ersten neun Monaten 2024 erneut 14 Prozent weniger Passagiere verzeichnete als 2019, gab es in Griechenland neue Rekorde. Dort stiegen die Passagierzahlen der Fraport-Flughäfen zwischen Anfang Januar und Ende November um 6,4 Prozent.

Der Tourismus ist eine wichtige Säule der griechischen Wirtschaft. Er trägt rund ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt und zur Beschäftigung bei. Um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, investiert Griechenland massiv in die Flughafeninfrastruktur. Denn vielerorts sind die Kapazitäten bereits ausgeschöpft.

Neuer Großflughafen auf Kreta im Bau

Beispiel Kreta: Der Flughafen Nikos Kazantzakis in Heraklion ist mit jährlich fast zehn Millionen Passagieren völlig überlastet. Abhilfe soll ein neuer Flughafen bei Kastelli bringen, 17 Kilometer südlich der Stadt. Gebaut wird er vom Konsortium Ariadne Airport Group, dem der griechische Baukonzern GEK Terna und der indische Flughafenbetreiber GMR Airports angehören. Das Konsortium hält 54,1 Prozent an der Flughafengesellschaft, die restlichen 45,9 Prozent gehören dem griechischen Staat. Die Bauarbeiten laufen, die ersten Flugzeuge sollen hier 2027 landen. Die Ariadne Group wird den Flughafen mindestens 32 Jahre lang betreiben.

Airport von Athen. Der Flughafen soll für eine Kapazität von 40 Millionen Passagieren ausgebaut werden. Foto: NurPhoto/Getty Images

Auch der Athener Flughafen kommt mit 31 Millionen Passagieren an seine Kapazitätsgrenzen. Die Flughafengesellschaft will jetzt rund 650 Millionen Euro in den schrittweisen Ausbau der Terminalkapazitäten für 40 Millionen Passagiere investieren. Geplant sind außerdem ein neues Parkhaus mit acht Ebenen, eine Erweiterung des Vorfelds und neue Abstellpositionen für 34 Flugzeuge.

Fraport

Flughafen Frankfurt hat weniger Passagiere als erwartet

Etwas mehr als 50 Prozent der Flughafenanteile hält die Avi Alliance GmbH, die auch an den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg beteiligt ist. 25,5 Prozent gehören dem griechischen Staatsfonds. Die restlichen Anteile der seit Februar 2024 börsennotierten Flughafengesellschaft befinden sich im Streubesitz.

Fraport steckt Millionen in griechische Flughäfen

Auch Fraport investiert kräftig in Griechenland. Seit 2017 hat der Konzern bereits mehr als 600 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau seiner griechischen Flughäfen gesteckt. In den kommenden fünf Jahren will Fraport Greece weitere 200 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Kapazitäten der Flughäfen Santorini, Mykonos, Kos und Korfu zu erweitern.

Zudem wird ein 15. Airport neu ins Portfolio aufgenommen: Anfang Dezember erhielt die Fraport AG gemeinsam mit zwei griechischen Partnern den Zuschlag für die Betriebskonzession des Flughafens Kalamata. Die Stadt liegt im touristisch zunehmend erschlossenen Süden der Halbinsel Peloponnes. Für das 40-jährige Betriebsrecht zahlen die Unternehmen 45,2 Millionen Euro. Weitere 28,3 Millionen will das Konsortium in Modernisierung und Ausbau des Flughafens investieren.

Unterdessen bereitet der Staatsfonds die Vergabe der Betriebskonzessionen für die verbleibenden 22 griechischen Flughäfen vor. Dabei handelt es sich um kleinere Regionalflughäfen, die bisher vom Staat betrieben werden. Einige von ihnen, wie die Inselflughäfen Paros, Syros, Naxos, Milos und Chios, haben bedeutendes touristisches Potenzial. Denn weil immer mehr Besucher überlaufene Reiseziele meiden, gibt es in Griechenland einen Trend zu bisher wenig frequentierten Urlaubsregionen.

Die Ausschreibung der Konzessionen, die en bloc an einen Betreiber vergeben werden, soll in den nächsten Monaten erfolgen. Ziel ist es, die Flughäfen noch in diesem Jahr an den neuen Betreiber zu übergeben. Damit wären alle 38 griechischen Verkehrsflughäfen privatisiert.

Verwandte Themen
Flughäfen
Griechenland
Wirtschaftspolitik

Erstpublikation: 06.01.2025, 14:24 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt