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Sölden will mit 007 werbenJames-Bond-Fieber auf dem Gletscher

Der Tiroler Wintersportort Sölden war einer der Drehorte des James-Bond-Filmes „Spectre“. Nun verhandelt die Ski-Gemeinde mit der britischen Filmproduktionsfirma Eon über eine Merchandisinglizenz.Hans-Peter Siebenhaar 29.03.2016 - 18:27 Uhr Artikel anhören

Der letzte James-Bond-Film wurde unter anderem in Sölden gedreht.

Foto: obs

Solden. An James Bond kommt in Sölden niemand vorbei. 007 ist in dem Tiroler Wintersportort überall anzutreffen. Seit den Dreharbeiten zum neuesten Bond „Spectre“ ist das populäre Skigebiet im Bond-Fieber. Sogar die örtliche Raiffeisenbank an der viel befahrenen Hauptstraße des gerade 3.199 Einwohner großen Ortes wirbt nicht nur mit einer kleinen Filmausstellung in den Kundenräumen, sondern mit einem „Bond-Spartarif“, der 0,07 Prozent Zinsen auf zwei Jahre verspricht.

Doch Sölden hat mit James Bond noch Großes vor. „Wir sind mit dem Brand-Inhabern in ernsthaften Verhandlungen. Wir wollen in Sölden etwas Nachhaltiges schaffen“, sagt Jakob („Jack“) Falkner, Unternehmer und Geschäftsführer der drei Söldener Bergbahnen, dem Handelsblatt. Bei den Gesprächen geht es um eine Merchandisinglizenz. Gesprächspartner ist die Londoner Filmfirma Eon Productions der Bond-Produzentin Barbara Broccoli. Der 59-jährige Österreicher Falkner und die Filmproduzentin kennen sich persönlich. Eon Productions wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Die Firma der 55-jährigen Broccoli gilt als extrem pingelig in der Vergabe von Markenrechten.

„Allein wegen James Bond kommen mehr Leute“

Sölden hatte sich bei den Dreharbeiten zum letzten James Bond bei Broccoli und ihren Mitarbeitern einen guten Ruf erworben. Die Dreharbeiten auf dem spektakulären Glashaus „Ice Cube“ auf dem über dreitausend Meter hohen Berg Gaislachkogel klappten wie am Schnürchen. Aus dem Bergrestaurant mit dem Alpenpanorama wurde im Film eine futuristische Privatklinik, in der James Bond alias Daniel Craig vergeblich versucht, die Entführung der Psychologin Madeleine Swann (Léa Seydoux) zu verhindern. Falkner, ein Vordenker der alpinen Tourismusbranche, verfügt seit den 15-tägigen Dreharbeiten über gute Beziehungen zu leitenden Mitarbeitern der britischen Produktionsfirma. Er durfte in den Pinewood-Studios bei London den Nachbau seines alpinen Glaswürfels begutachten und war auch zur Weltpremiere von „Spectre“ in der Royal Albert Hall mit anschließender Party im British Museum eingeladen.

Ob die Geschäftsgespräche zwischen dem Tiroler und den englischen Filmleuten zu einem Ergebnis führen, ist offen. Insider wollen von einer Entscheidung im Herbst dieses Jahres wissen. Eon Productions, die in der Nähe des Piccadilly Circus mitten in London residieren, gilt als eine verschworene Gemeinschaft, in dem eine kleine Gruppe die Entscheidungen trifft.

James Bond als Tourismusmagnet

007 - Lizenz zum Kasse machen

„Sölden steht für Sport und Unterhaltung. Dazu passt James Bond ideal“, wirbt Falkner für seine Idee. „Bond ist ein USP für uns. Heutzutage müssen wir für unsere Kunden Erlebnisse schaffen“, weiß der Unternehmer. Sölden verbuchte in der vergangenen Wintersaison mehr als zwei Millionen Übernachtungen – doppelt so viele wie der Touristenmagnet Salzburg.

In den Alpen gilt der Hauptort des malerischen Ötztales als touristisches Innovationszentrum. Nicht nur mit dem für den Bond-Film genutzten „Ice Cube“ samt Gourmetrestaurant haben die Söldener im Alpenraum Maßstäbe gesetzt. Mit dem Gourmetfestival „Wein am Berg“, das Falkners Schwester und Hotelunternehmerin Angelika organisiert, hat sich der Ort auch bei Feinschmeckern international einen Namen gemacht.

An neuen Ideen fehlt es Falkner, der nicht nur Chef, sondern auch Gesellschafter der Söldener Bergbahnen ist, keineswegs. Bond ist nur eine Option, noch attraktiver für die Gäste aus aller Welt zu sein. Der seit über zwei Dekaden amtierende Chef der Bergbahnen möchte das Ötztal mit dem benachbarten Pitztal verbinden. Dadurch entstünde das größte zusammenhängende Gletscherskigebiet der Welt. Auch für das verkehrsumtoste Sölden unterstützt Falkner eine bestimmte Lösung. Er befürwortete einen Tunnel durch das Zentrum, um seinen Heimatort zu einem Ort der Stille zu machen.

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Doch am meisten würde natürlich Bond dem Skiort nutzen. „Allein wegen James Bond kommen mehr Leute“, sagt Falkner sichtlich zufrieden. Vor allem auf dem britischen Markt hat 007 dem Tiroler Dorf genutzt. Doch das soll erst der Anfang sein. Touristik-Visionär Falkner schielt auf den chinesischen Markt. Und im bevölkerungsreichsten Land der Erde ist James Bond längst eine ganz große Nummer.

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