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TarifkonfliktGDL-Chef Weselsky nennt Bahn-Manager „Nieten in Nadelstreifen“ und droht: „Nach dem Streik ist vor dem Streik“

Die Fronten im Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL sind verhärtet. GDL-Chef Weselsky wies die Kritik von DGB-Chef Hoffmann zurück. 06.09.2021 - 17:25 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Aus der Sicht des GDL-Chefs ist das Angebot der Bahn nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

Foto: Reuters

Berlin. Bei der Deutschen Bahn sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen. „Nach dem Streik ist vor dem Streik“, sagte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, am Montag vor Mitgliedern am Berliner Hauptbahnhof. Das Management der Bahn habe es in der Hand, ob es einen weiteren Arbeitskampf gebe. Der bislang dritte Streik in der laufenden Tarifrunde werde in der Nacht zu Dienstag planmäßig beendet.

Weselsky forderte ein Angebot, dass es der Gewerkschaft ermöglicht, einen Tarifvertrag für sämtliche Mitglieder in den verschiedenen Betrieben der Bahn abzuschließen. Er verlangte für die Beschäftigten außerdem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von diesem Jahr an, eine Corona-Prämie sowie den Fortbestand des bisherigen Betriebsrentensystems.

Weselsky erneuerte seine Angriffe auf das Management der Bahn. Er sprach von „Nieten in Nadelstreifen“, die Millionen an Steuergeldern verzockten, die gegen die eigenen Mitarbeiter arbeiteten und in der Tarifrunde Lügengebäude errichteten. Die Konzernleitung versuche, die GDL auszuschalten. Die Bahn hat diesen Vorwürfen wiederholt widersprochen.

Mit Blick auf die vom Streik betroffenen Bürger und Fahrgäste sagte Weselsky: „Wir bitten darum, zu akzeptieren und zu schätzen, das hier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbildlich zeigen, wie man im Arbeitskampf einen Arbeitgeber in die Knie zwingt, der mit Steuergeldern Verschwendung und Eigennutz betreibt.“

Die GDL sieht im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn keine Basis für neue Verhandlungen. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte Weselsky am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

Weselsky sieht GDL zu Unrecht an den Pranger gestellt

Die Bahn wolle die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern, Tarifverträge für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen. Hier würden Grundrechte tangiert. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL die Mehrheit im Betrieb habe. „Und dagegen wehren wir uns“, sagte Weselsky: „Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können.“ Es gehe hier nicht um Vormachtstellung.

Weselsky wies Kritik von DGB-Chef Reiner Hoffmann zurück und sieht die GDL zu Unrecht an den Pranger gestellt. Hoffmann hatte der GDL Partikularinteressen und Profilierungsversuche gegen die größere Bahngewerkschaft EVG vorgeworfen. Weselsky sagte, er würde sich wünschen, dass auch ein Vorsitzender eines Dachverbandes von Gewerkschaften Ursache und Wirkung im Blick behalte.

Der DGB-Chef sei derjenige gewesen, der das Tarifeinheitsgesetz initiiert habe. Und jetzt werde der GDL vorgeworfen, für mehr Mitglieder zu werben. „Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist.“ Dieses sage ganz klar: Wer mehr Mitglieder im Betrieb habe, dessen Tarifverträge bleiben in die Zukunft hinein erhalten.

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Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL „sehr zufrieden“. Die dritte Streikrunde in dem laufenden Tarifkonflikt soll bis zum frühen Dienstagmorgen (02.00 Uhr) dauern. „Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar“, sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seien Angaben komplett aufrecht. Diese seien auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die „ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen“.

dpa
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