Tier und Voi: E-Scooter-Marktführer spricht mit Wettbewerber über Fusion
Das Berliner Unternehmen könnte sich mit einem Rivalen zusammenschließen.
Foto: dpaFrankfurt, Berlin. Der deutsche E-Scooter-Marktführer Tier Mobility könnte Finanzkreisen zufolge bald mit dem schwedischen Rivalen Voi fusionieren. Während Tier vor knapp zwei Jahren mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet wurde und damit mit dem Doppelten von Voi, könnten sich nun die Verhältnisse umdrehen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Im Gespräch ist Finanzkreisen zufolge ein Deal, bei dem wenig frisches Geld fließt, sondern die heutigen Investoren einen Anteil am fusionierten Unternehmen erhalten.
Die relative Bewertung von Tier und Voi sei der Knackpunkt in den Gesprächen. Sollten sich die Firmen und ihre Anteilseigner – jeweils verschiedene Risikokapitalfonds – dabei nicht einigen können, sei alternativ auch eine Transaktion mit dem US-Rivalen Lime möglich, hieß es. Eine bereits im Frühsommer angepeilte Fusion mit dem Wettbewerber Bolt hatte sich zerschlagen, aber auch hier gelte ein Deal weiterhin als möglich.
Tier-Gründer und Vorstandschef Lawrence Leuschner sagte dem Handelsblatt, es liefen Fusionsgespräche mit mehreren potenziellen Partnern. „Noch sind keine Entscheidungen gefallen.“ Voi-Chef Fredrik Hjelm erklärte, sein Unternehmen sei weiter auf Ausschau nach Übernahmezielen. Zum Status der Gespräche mit Tier äußerte er sich nicht. Auch die wichtigsten Eigentümer der Firmen wollten sich nicht äußern oder waren zunächst nicht erreichbar.