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Tourismuskonzern Tui droht Rückschlag in Großbritannien – Pauschalreisen nach Portugal bis Ende Juli abgesagt

Die Delta-Variante macht dem Sommergeschäft von Tui zu schaffen. Deutschlandchef Marek Andryszak gibt sich weiter optimistisch und lockt mit Rabatten.
28.06.2021 Update: 28.06.2021 - 14:00 Uhr Kommentieren
Der Reiseanbieter Tui sagte Pauschalreisen nach Portugal ab. Quelle: dpa
Fluggäste warten auf den Abflug nach Mallorca

Der Reiseanbieter Tui sagte Pauschalreisen nach Portugal ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Zwischenbericht von Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak klingt für Anleger des finanziell angeschlagenen Reisekonzerns beruhigend – allerdings nur auf den ersten Blick. Trotz der Ausbreitung der Corona-Deltavariante spüre er „keinerlei Effekte“ auf das Reisegeschäft im Sommer, sagte er am Montag. Für das Anfang November startende Wintergeschäft halte man zudem genauso viele Kapazitäten im Hotel- und Flugangebot bereit wie vor der Pandemie.

„In der kommenden Woche wird Tuifly wieder Hurghada in Ägypten und kurz darauf auch Marsa Alam anfliegen“, kündigte Andryszak an. Die Dominikanische Republik und Mexiko sollen demnächst folgen, da man dort mit dem Ende der Reisewarnungen rechne. „Seit Anfang Mai werden die Reisewünsche wieder vielerorts in die Wirklichkeit umgesetzt“, zeigt sich der Chef von Tui Deutschland optimistisch. Selbst von der Skisaison im Winter erhoffe man sich Zuwachs.

Doch tatsächlich verdunkeln sich für Europas größten Reiseveranstalter in diesen Tagen die Geschäftsaussichten erneut. Grund ist, dass sich die deutlich ansteckendere Delta-Variante in Großbritannien ausbreitet. Es ist nach Deutschland der zweitgrößte Markt der Hannoveraner. Darauf hatte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen noch vor wenigen Wochen sein ganzes Vertrauen gesetzt und die Corona-Politik der Londoner Regierung in hohen Tönen gelobt.

Nun aber scheint der Traum zu platzen: Am Samstag meldeten die britischen Behörden 18.270 neue Fälle im Land. Es war der höchste Wert seit Anfang Februar, als noch die Alpha-Variante dominierte.

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    Gleichzeitig berichten britische Zeitungen, Deutschlands Regierung dränge darauf, Briten aus Infektionsschutzgründen die Einreise in die EU zu verweigern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht sich zudem für eine Quarantäne für einreisende ungeimpfte Briten aus.

    Für Portugal greifen ab Dienstag die Reisebeschränkungen für Virusvariantengebiete. Reisende müssen dann zwei Wochen in Quarantäne, auch Geimpfte und Genesene. Quelle: dpa
    Badegäste am Strand von Cascais

    Für Portugal greifen ab Dienstag die Reisebeschränkungen für Virusvariantengebiete. Reisende müssen dann zwei Wochen in Quarantäne, auch Geimpfte und Genesene.

    (Foto: dpa)

    In der Folge verloren die Aktien von Tui am Montag zunächst rund drei Prozent. Schon in der Vorwoche hatte das US-Analysehaus Bernstein Research vor dem „unterschiedlichen Umgang der europäischen Regierung“ bei den Corona-Einschränkungen gewarnt, was zu einem „neuen, unerwarteten Risiko“ für Tui werden könne. Bernstein-Analyst Richard Clarke setzte deshalb das Kursziel auf 2,50 Euro – bei einem aktuellen Börsenkurs von 4,55 Euro.

    Reisebüros stellen Tui-Angebote hintan

    Nicht nur die Corona-Entwicklung in Großbritannien dürfte Tui Sorgen bereiten. Auch in Portugal gibt es derzeit einen Rückschlag. Das Land wird ab Dienstag dieser Woche vom Robert Koch-Institut als Virusvariantengebiet eingestuft. Wer ab dann in die deutsche Heimat zurückreist, muss zwei Wochen in Quarantäne – was auch für vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete gilt.

    Ferienorte in Österreich werden bei Tui häufig gebucht. Quelle: dpa
    Skigebiet Österreich

    Ferienorte in Österreich werden bei Tui häufig gebucht.

    (Foto: dpa)

    Hinzu kommt ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften. „Wir haben alle Portugal-Buchungen bis zum 31. Juli storniert“, gibt Andryszak zu Protokoll. Wie viele Urlauber betroffen sind, wolle er auf Anfrage nicht beantworten.

    Auch die steigenden Fallzahlen auf der Urlaubsinsel Mallorca bereiten Sorge. Dort hatten sich 800 spanische Abiturienten bei Abschlussfeiern an der Playa de Palma infiziert. „Mit uns wäre das nicht passiert“, behauptet Andryszak. Partyurlaube habe Tui gestoppt.

    Lesen Sie hier: Angst vor der Delta-Variante – Diese Einreiseregeln gelten weltweit

    Doch auch hausgemachte Probleme bremsen aktuell den Reisekonzern, der seit Ausbruch der Pandemie mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro an Staatshilfen und Bürgschaften in Betrieb gehalten wird. Der Konzern hatte viele Hoteliers 2020 lange auf versprochene Zahlungen warten lassen.

    Viele Reisebüros stellen die Tui-Angebote in diesem Sommer hintan, weil anscheinend die Betreuung kaum ausreicht. Der Vorwurf: Ergeben sich im Kundengespräch Rückfragen, müssen Agenturmitarbeiter dazu umständlich einen Telefontermin mit der Zentrale vereinbaren, wie der Reisebüroverband VUSR klagt.

    Reisewillige seien aber selten bereit, bis dahin in den Reiseläden auszuharren. „Profiteure sind deshalb nun Reiseveranstalter wie Schauinsland, Der Touristik und Alltours, die einen besseren Service bieten“, berichtet Verbandschefin Marija Linnhoff.

    Tui lockt mit Rabatten

    Um dennoch bei den Urlaubern zu punkten, schnürt Tui ab sofort ein Servicepaket unter dem Namen „Tui Protect“. „Es ist automatisch bei einer Buchung inklusive und gilt bereits vor Abreise“, verspricht Andryszak. Tui Protect ermögliche bei einem Covid-19-Verdacht oder einer Infektion gebührenfreies Umbuchen oder Stornieren. Stornokosten bis 1500 Euro pro Person würden von Tui getragen.

    Auch ein zusätzliches Rabattprogramm soll den Umsatz ankurbeln. Wer länger bucht als 21 Tage, erhält in 300 Hotels bis zu 500 Euro auf den Reisepreis zurück.

    Mehr: Touristen-Ansturm treibt die Preise für den Mallorca-Urlaub

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