US-Regierung: So macht Trump „Made in Germany“ zum Makel
Düsseldorf, Aachen. Auf einen Zollpoker hat sich Babor Beauty schon eingestellt. Seit Donald Trump im November die Wahl gewonnen hat, verschifft der Kosmetikhersteller mehr Produkte nach Amerika. Für die Aachener sind die USA nach Deutschland der zweitwichtigste Markt. Babor setzt auf „Made in Germany“ – und exportiert seine Cremes.
Mögliche Strafzölle würden die Kernmarke Babor treffen, weil das Amerika-Geschäft für zehn bis 15 Prozent der weltweiten Umsätze steht. „Wir können nicht die gesamten Mehrkosten an die Konsumenten weitergeben, weil unsere Produkte sonst zu teuer würden“, sagt Co-Geschäftsführer Tim Waller dem Handelsblatt. Zwar sei die Bevorratung keine langfristige Lösung, doch „vorsichtshalber haben wir schon reagiert“.
Wie Babor bereiten sich viele deutsche Markenhersteller auf Verwerfungen in einem ihrer wichtigsten Exportmärkte vor, zeigen Handelsblatt-Recherchen in der Konsumindustrie. Um potenziellen Strafzöllen entgegenzuwirken, erhöhen einige Firmen ihre Lagerbestände in Amerika. Manche erwägen, ihre Produktion in den USA auszuweiten oder stärker in andere Märkte der Welt zu expandieren. Kurzfristig schafft das allerdings keine Abhilfe.