Zweitgrößter deutscher Airport: Chaos am Flughafen München – Frau dringt unkontrolliert in den Sicherheitsbereich ein
Am Flughafen herrschte Chaos. Tausende Urlauber starten an diesem Wochenende zu Beginn der sechswöchigen Sommerferien vom Münchner Airport in den Urlaub.
Foto: dpaMünchen. Das Terminal 2 am Münchner Flughafen ist am Samstagmorgen teilweise geräumt worden. Gegen 6.45 Uhr hatte die Bundespolizei die Information erhalten, dass eine Frau in den Sicherheitsbereich gelangt war – ohne von Sicherheitsleuten kontrolliert worden zu sein. Wie das passieren konnte, wisse man derzeit noch nicht, sagte ein Polizeisprecher.
Die Bundespolizei stoppte deshalb die Abfertigung am Terminal – und räumte den Bereich, wie sie per Twitter mitteilte. „Nach der Person wird gefahndet“, hieß es. Wegen des Zwischenfalls fielen knapp 260 Flüge aus oder verspäteten sich. Vor den Schaltern in der Flughafenhalle bildeten sich lange Warteschlangen. Per Lautsprecherdurchsagen wurde dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren.
Gegen 10.30 Uhr gab die Polizei einen Teil des Terminals wieder frei. Flüge mit Ziel innerhalb des Schengenraums sollten wieder abheben. Zu dem Gebiet gehören 22 der 28 EU-Mitglieder.
Eine knappe Stunde später hob die Polizei dann auch die Sperrung des Bereichs für außereuropäische Flüge wieder auf. Sicherheitskontrollen von Passagieren würden wieder wie gewohnt durchgeführt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Das betreffe alle Flüge, die von dem Terminal starten.
Die Frau wurde inzwischen von den Behörden identifiziert. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizei unter Berufung auf die Regierung von Oberbayern am Abend mit, wie Welt.de berichtet. Demnach ist die Frau etwa 40 Jahre alt. Weitere Details zu ihrer Identität wurden laut des Berichts zunächst nicht genannt. Unklar blieb demnach auch, ob es zu Sanktionen gegen die Frau kommen wird.
Der Flughafen München ist der größte Airport im Freistaat und der zweitgrößte in Deutschland. In den kommenden sechs Wochen werden nach Angaben der Betreiber voraussichtlich mehr als 6,5 Millionen Reisende am Flughafen starten, landen oder umsteigen. Vom Terminal 2 heben Maschinen der Lufthansa und deren Partner-Airlines ab.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat vorgeschlagen, die deutschen Flughafenbetreiber sollten die Sicherheitskontrollen künftig in Eigenregie organisieren. Ein Eckpunktepapier des Ministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht vor, dass die Luftsicherheitsbehörden dann nur noch die Standards für die Ausbildung und für die eingesetzte Technik festsetzen sollen. Außerdem würden sie durch Fachaufsicht und Qualitätskontrollen sicherstellen, dass diese Standards im Alltagsbetrieb auch eingehalten werden. Das hätte eine Entlastung der Bundespolizei von organisatorischen Aufgaben zur Folge.