Artilleriemunition: Lösung für Rüstungsfabrik in Troisdorf rückt näher
Berlin, Düsseldorf, München. „Was treibt ihr da nur“, zürnt ein hochrangiger Offizier der ukrainischen Armee am Telefon, „das ist doch Wahnsinn.“ Der Grund für seine Wut: Das Gezerre um die Erweiterung einer Rüstungsfirma im Rheinland.
Deutschland ist zu einem der wichtigsten Lieferanten von Munition für die Ukraine geworden. Und die Firma Diehl Defence will nahe Troisdorf zwischen Bonn und Köln ihre Kapazität für Zündmittel erhöhen, einer wichtigen Komponente für Artilleriegranaten.
Der Ausbau aber stockt, da sich die Stadt querstellt. Für das ukrainische Militär, dem im Abwehrkampf mit Russland die Granaten ausgehen, sind die Nachrichten aus der Provinz daher schwer nachzuvollziehen. Doch inzwischen, so berichten mehrere Insider, zeichne sich eine Lösung ab.
Unter Vermittlung der Landesregierung Nordrhein-Westfalens würden Vertreter von Stadt und Diehl Defence die Möglichkeiten für einen Ausbau des Standorts erörtern. Eine Entscheidung gebe es nicht, aber man rede intensiv miteinander, berichteten Personen, die mit dem Fall vertraut sind.
Weder Diehl noch die Stadt wollen das Thema offiziell kommentieren – beide Seiten haben Vertraulichkeit vereinbart.