Automatisierung: Siemens setzt erste Maschinensteuerung aus der Cloud ein
München. Die Audi-Fabrik in den Böllinger Höfen bei Heilbronn ist eine Mischung aus Manufaktur und Zukunftslabor für die Fertigung im Volkswagen-Konzern. Hier werden in Kleinserie hochpreisige Sportwagen wie der e-tron GT gebaut. Autonome Transporter fahren durch die Hallen, viele Roboter sind im Einsatz.
„Unsere Fertigung ist eine Kombination aus Handwerkskunst und Smart Factory“, sagt Fertigungsleiter Sven Veit. Die Fabrik ermögliche es, als „lebendes Labor neue Technologien und Innovationen zu testen und in Serie zu bringen“.
Deswegen läuft hier nun auch ein weltweit einmaliges Pilotprojekt: Der schwere Industrieroboter, der in der Karosseriemontage eingesetzt ist, wird aus der Cloud gesteuert – und nicht zum Beispiel von einer physischen Siemens-Simatic-Steuerung, die in jeder dritten Fabrik auf der Welt zu finden ist.
„Steuerungen sind die Gehirne von Maschinen und Fabriken“, sagte Siemens-Vorstand Cedrik Neike dem Handelsblatt. Nun habe man diese gemeinsam mit Audi erstmals virtualisiert und in die Cloud gebracht. „So heben wir die Produktion auf ein neues Level und schreiben ein Stück Technikgeschichte.“ Das zeige, dass „Deutschland technologisch Weltspitze sein kann“.