Autobauer: Absatz von Mercedes-Benz schrumpft im zweiten Quartal
Frankfurt. Der Pkw-Absatz bei Mercedes-Benz ist im zweiten Quartal so stark geschrumpft wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Im Hauptgeschäftsfeld Pkw lieferte der Autobauer von April bis Juni mit 453.700 Fahrzeugen neun Prozent weniger an die Händler als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
Den stärksten Rückgang erlebte die Marke mit dem Stern in China - die Verkäufe brachen dort um 19 Prozent ein. In den USA, wo seit April die um 25 Prozent erhöhten Importzölle das Geschäft belasten, belief sich das Minus auf zwölf Prozent. Am Heimatmarkt Deutschland schlug der Autobauer dagegen sieben Prozent mehr Fahrzeuge los als vor Jahresfrist.
Die Auslieferungen an die Händler wurden „aufgrund der neuen globalen Zollpolitik bewusst angepasst“, was sich auf den Pkw-Konzernabsatz in den USA und China ausgewirkt habe, erklärte der Dax-Konzern. Die Verkäufe an Endkunden lagen im abgelaufenen Quartal höher als die Großhandelszahlen mit 464.600 Pkw, wobei in den USA ein Wachstum von 26 Prozent erzielt worden sei.
„Insgesamt sehen wir speziell in den USA und Deutschland eine gute Kundennachfrage nach unseren Produkten, einschließlich unserer Top-End-Fahrzeuge, obwohl Zölle den Absatz im zweiten Quartal beeinflusst haben“, erklärte Vertriebschef Mathias Geisen. Die Kundennachfrage in den USA und Europa habe über dem Niveau des Vorjahres gelegen.
Mit dem gerade angelaufenen Elektro-Einstiegsmodell CLA und dem für Herbst geplanten elektrischen SUV GLC markiere das laufende Jahr den Start einer Produktoffensive, erklärte Mercedes. Der Auftragseingang für den CLA gewinne an Dynamik.
Mehr E-Autos zum Erreichen strengerer CO2-Ziele braucht Mercedes-Benz auch dringend: Im ersten Halbjahr ging der E-Autoabsatz der Stuttgarter fast um ein Fünftel zurück, so dass nur 8,4 Prozent aller Verkäufe rein elektrische Autos sind. Stärker gefragt sind die Plug-in-Hybride von Mercedes, die im zweiten Quartal um 34 Prozent zulegten.
Keine Jahresprognose mehr
Der Dax-Konzern hat seine Jahresprognose Ende April aufgrund der großen Unsicherheit über die Folgen der US-Zollpolitik komplett gekippt. Ursprünglich sollte der Absatz von Cars und Vans leicht sinken, also um zwei bis 7,5 Prozent. Nach dem ersten Halbjahr beläuft sich der Rückgang mit insgesamt 1,08 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen auf acht Prozent.
Bei den Vans sanken die Verkaufszahlen im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 93.000 Transporter und Großraumwagen. Dabei büßten die Schwaben in China mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, in den USA rund ein Viertel. In den ersten sechs Monaten liegt das Geschäftsfeld 16 Prozent unter Vorjahr, wobei das zweite Quartal besser lief als das erste