Autobauer: Wie deutsche Konzerne von Trumps Verbrenner-Comeback profitieren
San Francisco, New York. BMW will es wissen: Während in der deutschen Autoindustrie der Spardruck steigt, gehen die Bayern in New York in die Vollen. Auf der Lower East Side, mitten im Szeneviertel, präsentieren sie im September ihren neuen Hoffnungsträger: den iX3. Der ist ein Kompakt-SUV, also ein Geländewagen für die Vorstadt, und damit perfekt für den amerikanischen Autogeschmack.
Außerdem ist er ein Umweltwunder. „Damit machen wir einen gigantischen Sprung bei der Nachhaltigkeit“, sagt Hendrik Lang, Lieferkettenchef des Autobauers, dem Handelsblatt. Denn der iX3 sei ein vollelektrisches SUV und basiere auf der „Neuen Klasse“, der Plattform der Zukunft.
In New York steht ein anthrazitfarbenes Modell vor einer übergroßen LED-Wand, auf der eine grüne Hügellandschaft erstrahlt. Drumherum sprechen Influencer und Branchenexperten über die umweltschonenden Ressourcen und den gesunkenen CO2-Fußabdruck, es gibt amerikanische Cocktails, bunt und hochprozentig. Die Sorgen daheim wirken wie weggeblasen. Wäre da nicht ein Problem: Der große Auftritt der Bayern in New York – er wirkt wie aus der Zeit gefallen.
Denn fast zur selben Zeit, gut 200 Meilen südlich, arbeitet ein anderer Mann daran, den Amerikanern Autos wie den iX3 madig zu machen: US-Präsident Donald Trump. Der hat aus seiner Feindschaft für die E-Mobilität nie einen Hehl gemacht, sieht man von seiner kurzen Amour fou mit Tesla-Chef Elon Musk ab.
Im Wahlkampf nannte er Elektroautos „eine Idee von Umweltverrückten aus der Hölle“, im Weißen Haus stellte er klar, er möge Verbrenner, und zum 30. September strich er die milliardenschwere E-Förderung seines Vorgängers Joe Biden. Dafür werden nun auch wieder große, schwere Verbrenner subventioniert.
Für die Autobranche heißt das: Kehrtwende bei voller Fahrt. Was ausgerechnet den deutschen Herstellern entgegenkommen könnte. Wäre da nicht ein Problem.