Autozulieferer: Staatsanwaltschaft ermittelt im Dieselskandal gegen Ex-Führungsspitze von Continental
Gegen den Autozulieferer wurden neue Ermittlungen bekannt.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Staatsanwaltschaft Hannover nimmt im Dieselskandal das ehemalige Topmanagement von Continental ins Visier. Ein Sprecher bestätigte dem Handelsblatt am Donnerstag, dass gegen fünf Personen ermittelt wird. Darunter sind der langjährige Vorstandschef Elmar Degenhart, der gerade ausgeschiedene Finanzchef Wolfgang Schäfer und Ex-Powertrain-Vorstand José Avila.
Die Vorwürfe haben es in sich: Beihilfe zum Betrug, Untreue und vorsätzliche Verletzung der Aufsichtspflichten. Am Mittwoch seien in der Rechtsanwaltskanzlei Noerr, die Continental mit der Aufklärung der Vorwürfe beauftragt hatte, Unterlagen und Daten sichergestellt worden.
Direkt im Anschluss beraumte der Autozulieferer kurzfristig eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung an, in der Schäfer von seinen Aufgaben als Finanzchef und Verantwortlicher der Compliance-Abteilung mit sofortiger Wirkung entbunden wurde.
Schäfers Demission „steht im Zusammenhang mit den bereits bekannten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover zur Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen in Dieselmotoren und Defiziten bei der andauernden Aufklärung bei Continental“, teilte das Unternehmen mit. Anleger reagierten verunsichert. Am Donnerstag verloren die Papiere des Dax-Konzerns zeitweise mehr als vier Prozent.