Batteriehersteller: Northvolt entlässt zwei Drittel seiner Mitarbeiter
Kopenhagen. Der insolvente Batteriehersteller Northvolt aus Schweden kann in beschränktem Umfang weiterarbeiten. Rund 1700 von etwa 5000 Mitarbeitenden könnten beschäftigt bleiben, erklärte der Insolvenzverwalter am Montag.
Auch ein Teil des Personals von Auslandstöchtern bleibt demnach an Bord – ob es sich um Northvolt in Deutschland handelt, blieb unklar. Zur Zukunft der im Bau befindlichen Northvolt-Fabrik bei Heide in Schleswig-Holstein machte Kubu keine Angaben.
Nach Angaben des schwedischen Rundfunksenders SVT verlieren somit 2.800 Beschäftigte ihre Jobs. Besonders hart soll es das Northvolt-Stammwerk im nordschwedischen Skellefteå treffen: Während Kubu dazu keine Zahlen nannte, sprachen Medien davon, dass nur 1.200 der dortigen 3.000 Angestellten übrig bleiben sollen, um den Werksbetrieb am Laufen zu halten. Für die kleine Gemeinde im dünn besiedelten Norden Schwedens ist die Ankündigung ein schwerer Schlag - Northvolt war dort eines der wichtigsten Industrieunternehmen der Region.
„Trotz erheblicher Einschnitte ist es positiv, dass der Betrieb fortgeführt werden kann“, erklärte Insolvenzverwalter Mikael Kubu vom Restrukturierungsberater Ackordscentralen. Das sei eine Voraussetzung, das Unternehmen ganz oder teilweise verkaufen zu können.
Northvolt galt als Produzent der Batterien für E-Autos lange Zeit als große Hoffnung für die europäische Automobilindustrie. Nach dem Einleiten eines Expansionskurses, mehreren Rückschlägen wie dem Rückzug eines Milliardenauftrags für Batteriezellen durch den Autobauer BMW sowie immer größer werdenden Schulden musste der Konzern seine Pläne zurückfahren. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat das Unternehmen rund zehn Milliarden US-Dollar an Schulden angehäuft.
Anhaltende Fertigungsprobleme
Im September 2024 hatte Northvolt zunächst angekündigt, schätzungsweise 1.600 Beschäftigte in Schweden zu entlassen und mehrere Expansionspläne auf Eis zu legen. Zwei Monate später beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz in den USA und hoffte auf ein erfolgreiches Restrukturierungsverfahren. Dann jedoch stellte es Mitte März wegen anhaltender Finanzierungsprobleme Insolvenzantrag in Schweden.
Der Batteriehersteller muss nun zahlreiche Investoren und kreditgebende Banken besänftigen, die beträchtliche Verluste befürchten. Auch BMW und Volkswagen sind am größten europäischen Hersteller von Akkus für E-Autos beteiligt.
Man habe „eine grundsätzliche Einigung mit den relevanten Stakeholdern bezüglich finanzieller Garantien für die Fortführung des Geschäftsbetriebs erzielt“, sagte Kubu und fügte hinzu, dass die Vereinbarung in den kommenden Tagen formalisiert werden soll.