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Bilanz 2019 VW erhöht die Dividende kräftig – Gewinn legt zu

Nach dem Vergleich mit den Dieselkunden legt VW am Freitag auch gute Zahlen vor. Absatz und Gewinn steigen. Die Dividende wird deutlich angehoben.
28.02.2020 Update: 28.02.2020 - 17:32 Uhr Kommentieren
Der Konzern legt einen Gewinnsprung hin. Quelle: ZB
Produktion von Volkswagen in Zwickau

Der Konzern legt einen Gewinnsprung hin.

(Foto: ZB)

Wolfsburg Der Volkswagen-Konzern hat es 2019 wie schon im vorangegangenen Jahr 2018 geschafft, sich vom deutlich negativen Trend der Automobilbranche abzuheben. Während bei anderen Fahrzeugherstellern Erträge und Renditen gefallen sind, ist es beim Wolfsburger Autokonzern damit im zurückliegenden Jahr nach oben gegangen.

Die VW-Aktionäre profitieren von einer deutlich steigenden Dividende. Allerdings ist jetzt schon absehbar, dass sich dieser Trend 2020 kaum fortsetzen wird. Die Unsicherheiten wachsen von Tag zu Tag, allen voran durch die Corona-Epidemie.

Der Volkswagen-Konzern konnte den Umsatz im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 252 Milliarden Euro steigern, teilte das Unternehmen am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates mit. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen vor allem aus der Dieselaffäre ist um 12,8 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro nach oben gegangen.

Die operative Umsatzrendite liegt damit bei 7,6 Prozent (Vorjahr: 7,3) und erreicht einen etwas höheren Wert als angekündigt. Ursprünglich hatte der Konzern eine Renditespanne zwischen 6,5 und 7,5 Prozent avisiert.

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    Im vergangenen Jahr musste Volkswagen weniger Geld zur Bewältigung der Dieselaffäre ausgeben. Die Kosten dafür gingen binnen Jahresfrist von 3,2 Milliarden auf 2,3 Milliarde Euro zurück. Diese Entwicklung hat dafür gesorgt, dass das operative Ergebnis nach den Diesellasten sogar um 21,8 Prozent auf fast 17 Milliarden Euro angestiegen ist. Analysten hatten im durchschnittlich mit knapp 18 Milliarden Euro gerechnet. Das Jahresergebnis nach Steuern stieg um 15,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro.

    Für die Eigentümer zahlt sich diese positive Entwicklung maßgeblich aus. Der VW-Vorstand verspricht seinen Aktionären eine kräftige Anhebung der Dividende. Für die stimmrechtslose Vorzugsaktie gibt es für das Jahr 2019 eine Dividende von 6,56 Euro (Vorjahr: 4,86), bei der Stammaktie geht es von 4,80 auf 6,50 Euro nach oben. Davon profitieren vor allem die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, die rund 53 Prozent der Stammaktien halten.

    Absatz legt weltweit zu – auch in China

    Im Unterschied zu vielen Wettbewerbern hat Volkswagen im vergangenen Jahr seine Verkaufszahlen steigern können. Fast elf Millionen Fahrzeuge konnten die verschiedenen Marken des Konzern rund um den Globus verkaufen. Das entspricht einem leichten Plus von 1,3 Prozent.

    Volkswagen hat damit auch seinen Titel als weltgrößter Autohersteller vor dem japanischen Konkurrenten Toyota verteidigt. Dem VW-Konzern gelang im vergangenen Jahr sogar ein leichtes Plus auf dem so wichtigen chinesischen Markt, während die meisten anderen Hersteller deutliche Verluste hinnehmen mussten. Der Automarkt in China war 2019 eingebrochen.

    Diese besseren Stückzahlen sind zum Teil für die höheren Umsatz- und Ertragszahlen verantwortlich. Ganz entscheidend hat im vergangenen Jahr jedoch auch die SUV-Offensive dazu beitragen. Auf allen wichtigen Märkten, also China, Nordamerika und Europa, verkauft der VW-Konzern inzwischen deutlich mehr SUV-Modelle. Sie lassen sich zu höheren Preisen als klassische Pkw verkaufen – und treiben dadurch die Erträge.

    Auch bei den Barmitteln hat Volkswagen ein vergleichsweise gutes Jahr hinter sich gebracht. Der Netto-Cash-Flow im Konzernbereich Automobile stieg auf 10,8 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 300 Millionen Euro). Die Gründe dafür waren das höhere Ergebnis, ein niedrigerer Mittelabfluss aus der Dieselaffäre und ein geringerer Vorratsaufbau. Die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile entwickelte sich entsprechend positiv und kletterte auf 21,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 19,4 Milliarden).

    „2019 haben wir mit unserem attraktiven Produktportfolio viele Kunden überzeugt und unsere Position in rückläufigen Gesamtmärkten erfolgreich ausgebaut“, kommentierte Finanzvorstand Frank Witter die Jahreszahlen für das vergangene Jahr. 2020 werde jedoch deutlich schwieriger. Der Finanzvorstand sprach davon, dass Volkswagen „vor einem Kraftakt“ stehe, um die eigenen Ziele zu erreichen.

    Viele Unsicherheiten bleiben

    Für das neue Jahr 2020 gibt Volkswagen zwar grundsätzlich eine recht positive Prognose ab, macht aber zugleich Einschränkungen wegen möglicher politischer Krisen und wegen der Corona-Epidemie. Die Erwartungen des Unternehmens unterlägen „Einschätzungsunsicherheiten“.

    Ohne solche Effekte kalkuliert der VW-Konzern mit einem Umsatzanstieg von bis zu vier Prozent, der Bereich Pkw werde „moderat“ über den Zahlen von 2019 liegen. Wie schon im Vorjahr rechnet Volkswagen auch jetzt für den Konzern mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Ähnlich dürfte die Rendite auch im Pkw-Bereich ausfallen, kündigte der Konzern an.

    An der Börse sorgten die neuen Zahlen aus Wolfsburg für eine extrem positive Reaktion. Während die meisten deutschen Standardwerte bis zum Nachmittag wegen der Corona-Krise massive Abschläge hinnehmen mussten, konnte die VW-Aktie die Vormittagsverluste nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen fast ausgleichen und lag kaum noch im Minus.

    Unter Börsenexperten wird vor zu großer Euphorie in diesem Jahr gewarnt, die Risiken seien groß. Sollte sich die Corona-Epidemie deutlich ausweiten, könnte das zu Lieferengpässen und starker Kaufzurückhaltung führen. Das würde die prognostizierten Jahresziele bei Volkswagen in Gefahr bringen. „Sie zu erreichen, könnte sich in den nächsten Wochen als deutlich schwieriger herausstellen“, sagte Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB in Hannover. Aufgeschobene Autokäufe könnten dann bis zum Jahresende möglicherweise nicht mehr aufgeholt werden.

    Ein Risiko für Volkswagen sind in diesem Jahr auch die geplanten Absatzahlen bei neuen Elektroautos. Der Konzern müsste davon in diesem Jahr etwa 400.000 bis 500.000 Exemplare verkaufen, um Geldbußen in Milliardenhöhe zu vermeiden. 2020 gelten innerhalb der EU erstmals verschärfte Emissionsgrenzen beim Kohlendioxid, die sich nur mit Elektroautos einhalten lassen. Volkswagen hat jedoch Probleme damit, die neuen E-Fahrzeuge rechtzeitig zu produzieren.

    Der VW-Konzern braucht in diesem Jahr voraussichtlich mindestens eine weitere Milliarde Euro zur Bewältigung der Diesellasten. Außerdem dürfte die geplante Übernahme des US-Lkw-Herstellers Navistar durch die eigene Lastwagen-Sparte Traton mehr als drei Milliarden Euro kosten. Volkswagen kündigt schon jetzt an, dass der Netto-Cash-Flow in diesem Jahr dadurch deutlich fallen wird.

    Mehr: VW und Verbraucherschützer haben einen Vergleich erzielt. Was die Kunden bekommen.

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