Bilanzcheck: Marge, China, Kosten: Volkswagens Baustellen im Bilanzcheck
Die Produktion muss deutlich erhöht werden, wenn Volkswagen seine Jahresziele erreichen will.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Einer der für Volkswagen wichtigsten Indikatoren findet sich in keiner Bilanz: die Auslastung der Werke. Um die Produktionsstätten werden Fünf-Jahres-Pläne gestrickt, Investitionen verteilt, Stellen zugewiesen und gestrichen. Exklusive Zahlen des Datendienstleisters Marklines, die dem Handelsblatt vorliegen, zeigen, wie unterbeschäftigt einige deutsche VW-Standorte 2022 waren.
Demnach wurden im Wolfsburger Stammwerk nur knapp 450.000 Fahrzeuge gefertigt, in Spitzenjahren hatte man mal die Eine-Million-Auto-Marke anvisiert. Auch die Produktion in Emden lief nur etwa auf halber Last. Am Elektrostandort Zwickau wurden 218.000 Fahrzeuge gefertigt; technisch möglich sind hier um die 300.000.
Zwar zieht die Produktion nach Monaten der Kurzarbeit langsam wieder an. Im Wolfsburger Werk sollen sogar 500 neue Leute eingestellt werden. Doch muss die Produktion – und in der Folge der Absatz – deutlich erhöht werden, wenn Volkswagen seine Jahresziele erreichen will: 15 Prozent mehr Umsatz und Verkäufe hat sich der Dax-Konzern für 2023 vorgenommen. Das sind gut eine Million Autos mehr als im vergangenen Jahr.