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BiotechunternehmenMorphosys-Hoffnungsträger enttäuscht in Studie – Aktie bricht ein

Das Mittel zur Behandlung einer seltenen bösartige Erkrankung des Knochenmarks hat das Hauptziel der entscheidenden Studie erreicht. Anleger zweifeln aber, ob eine Zulassung erfolgen kann. 21.11.2023 - 14:45 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Biotechnologie-Konzerns Morphosys kann entscheidende Erfolge feiern.

Foto: dpa

Frankfurt. Das Biotechunternehmen Morphosys kann Anleger mit den mit Spannung erwarteten Studiendaten zu seinem größtem Medikamentenhoffnungsträger Pelabresib nicht überzeugen. Die Aktien brachen am Dienstagmorgen um bis zu 32 Prozent auf 14,52 Euro ein und notierten am Nachmittag kaum erholt etwa 25 Prozent unter Vortagesschluss.

Zwar habe das Mittel zur Behandlung von Myelofibrose – einer seltenen bösartigen Erkrankung des Knochenmarks – das Hauptziel der Studie erreicht, so das Unternehmen. Allerdings konnte das Medikament die Symptome der Erkrankung nur ungenügend verbessern, was ein wichtiges Nebenziel der Studie gewesen war.

Analysten zweifeln nun, ob eine Zulassung erfolgen kann. Die Ergebnisse des Krebsmittels seien „kein klarer Sieg“, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Emmanuel Papadakis in einer ersten Einschätzung. Es gebe nun sowohl regulatorische als auch kommerzielle Unsicherheit hinsichtlich des Marktpotenzials, die so schnell nicht beseitigt werden dürfte.

Markus Manns, Senior Portfoliomanager bei Union Investment, verwies auf frühere Aussagen von Morphosys, wonach für eine Einreichung zur Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA auch die Ergebnisse hinsichtlich der wichtigsten sekundären Ziele zur Bewertung der Symptomreduzierung statistisch signifikant sein müssten. „Insofern ist unklar, ob die Daten zur Zulassung ausreichen“, sagte Manns.

Morphosys selbst bewertete die Studiendaten positiv und sprach von eindrucksvollen Verbesserungen, die bei den Patienten in den klinischen Studien beobachtet wurden. Das Unternehmen, das dem Mittel bisher Milliardenumsätze zutraute, will im kommenden Jahr die Zulassung von Pelabresib in den USA und Europa beantragen. „Wichtig ist, dass wir bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten in der Studie eine signifikante Verbesserung der Symptome feststellen konnten“, sagte Vorstandschef Jean-Paul Kress. Detaillierte Studienergebnisse will Morphosys auf einem Fachkongress im Dezember veröffentlichen.

Bei Myelofibrose wird das blutbildende Knochenmark von Bindegewebe verdrängt. Die Blutbildung findet dadurch zunehmend in der Milz statt, was zu einer starken Vergrößerung des Organs führt. In der zulassungsrelevanten klinischen Studie der Phase 3 führte das Morphosys-Medikament zur einer statistisch signifikanten Verbesserung der Milzvolumens. Damit wurde das primäre Studienziel erreicht.

Morphosys hat bisher nur ein Medikament auf dem Markt

Die wichtigsten sekundären Ziele zur Bewertung der Symptomreduzierung erreichte Pelabresib insgesamt aber nicht. Eine statistische Signifikanz wurde hier nur bei Patienten der mittleren Risikogruppe festgestellt. Diese machen laut Morphosys aber mehr als 90 Prozent der insgesamt 430 Studienteilnehmer aus.

Die Analysten von JP Morgan sehen zwar immer noch eine Chance, dass das Mittel zugelassen wird, allerdings nur für diese Patientengruppe. Das würde zwar das kommerzielle Potenzial verringern, Pelabrisib könnte damit aber immer noch Milliardenumsätze einfahren.

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Bislang hat Morphosys mit dem Krebsmittel Monjuvi nur ein einziges eigenes Medikament auf dem Markt. Mit Pelabresib hofft das Unternehmen, einen neuen Behandlungsstandard setzen zu können. Das Mittel hatte sich Morphosys mit der 1,7 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Krebsspezialisten Constellation Pharma gesichert.

Über Jahre war das 2012 zugelassene Medikament Jakavi von Novartis das einzige Arzneimittel in diesem Indikationsgebiet. Doch bei etwa der Hälfte der Myelofibrose-Patienten, die von Jakavi profitieren, kommt es nach zwei bis fünf Jahren zu einem Verlust des Therapieansprechens. Morphosys sieht in diesem Markt daher hohes Potenzial und eine Möglichkeit, das bis 2026 angestrebte Ziel, profitabel zu werden, zu erreichen.

tel, rtr
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