Deutschland: Krones sieht sich nach weiteren Zukäufen um
München. Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen, Krones, sieht sich nach weiteren Zukäufen um. „Wir wollen eine noch komplettere Produktpalette anbieten und uns damit auch gegen Wettbewerb aus China wappnen“, sagte Krones-Chef Christoph Klenk am Dienstag dem Handelsblatt. So könne man sich zum Beispiel womöglich im Bereich für kleinere Abfüllmengen verstärken.
Bei Krones läuft es derzeit entgegen der schlechten Stimmung im deutschen Maschinenbau gut. In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze um elf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Der stabile Auftragseingang von 1,3 Milliarden Euro im dritten Quartal verspricht weiteres Wachstum.
„Wir blicken mit realistischem Optimismus auf das Jahr 2025“, sagte Klenk. Die langfristigen Wachstumstrends seien weiter intakt: Die Getränkehersteller setzten auf immer stärkere Produktdiversifizierung.
Zudem hätten sich viele Klimaneutralität zum Ziel gesetzt, was effizientere Maschinen erfordere. „Das Jahr 2030 kommt schnell, da müssen viele noch investieren.“
Entsprechend hat der schuldenfreie Krones-Konzern Spielraum für Zukäufe. „Wir haben eine gute Cash-Position“, sagte Finanzvorständin Uta Anders.
Der Konzern werde auch in eigenständiges Wachstum investieren. So werde ein neues Werk in Indien gebaut, auch in Deutschland seien Erweiterungen geplant. „Und dann schauen wir uns auch das Thema Akquisitionen weiterhin an.“
Sieben Milliarden Euro sind das Umsatzziel
Zuletzt hatte sich Krones mit der Übernahme des schweizerischen Spritzguss-Spezialisten Netstal verstärkt. Durch den 170-Millionen-Euro-Zukauf baute der bayerische Konzern sein Geschäft mit Plastikflaschen aus und drang in die Sparte Medizintechnik ein.
Der allergrößte Teil des Wachstumsziels von sieben Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2028 (2023: 4,7 Milliarden) entfalle aber auf organisches Wachstum, sagte Klenk. Man werde mögliche Akquisitionen genau prüfen.
Die Zuversicht bei Krones ist derzeit größer als in der Branche insgesamt. In der jüngsten Konjunkturumfrage des Branchenverbands VDMA bewerteten 37 Prozent der Unternehmen ihre Lage als schlecht oder sehr schlecht.
Mehr als die Hälfte der Betriebe erwartet zudem auch im kommenden Jahr kein Umsatzwachstum. „Das Geschäftsumfeld ist weiterhin geprägt von zahlreichen Krisen“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. In der Politik fehle es an der Entschlossenheit, an den richtigen Stellschrauben zu drehen.
Krones dagegen rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatzwachstum von neun bis 13 Prozent. Die operative Umsatzrendite (Ebitda) soll zwischen 9,8 und 10,3 Prozent liegen. Nach neun Monaten lag sie bei 10,1 Prozent.
Sorge bereitet Krones die weltweite Diskussion über neue Zölle. „Das schauen wir uns sehr genau an“, sagte Klenk. Allerdings gebe es zum Beispiel auch bei theoretisch denkbaren Zöllen von zehn Prozent auf Einfuhren in die USA Vorteile für den Standort Deutschland. „Man muss sich immer die Kostenstruktur und die Wettbewerbssituation in den Ländern genau ansehen.“
Erstpublikation: 05.11.2024, 14:55 Uhr.