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Elektromobilität Lithium-Projekt im Erzgebirge erhält mehr Zeit für die Investorensuche

Minenentwickler Bacanora schießt Geld für die Investorensuche für ein deutsches Lithium-Bergwerk nach. Selbst entwickeln will er das Projekt jedoch nicht.
02.03.2020 - 12:31 Uhr Kommentieren
Lithium-Förderung im Erzgebirge könnte an Finanzierung scheitern Quelle: Getty Images
Bergbauschacht im Erzgebirge

Trotz des Verkaufs des Zinnwald-Projektes bleibt der alte Eigentümer der neue.

(Foto: Getty Images)

Frankfurt Die Deutsche Lithium, die in Zinnwald im Erzgebirge ein Lithium-Bergwerk bauen will, erhält mehr Zeit für die Investorensuche. Dafür schießt einer der Eigentümer, der britische Minenentwickler Bacanora, 1,35 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren nach. Das teilte Bacanora am Montag bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz mit.

Armin Müller, Chef der Deutschen Lithium, vermutet in Zinnwald eines der größten Lithiumvorkommen in Europa. Das Leichtmetall ist ein Schlüsselrohstoff für Lithium-Ionen-Batterien, die Elektroautos antreiben. Im Erzgebirge soll es genug Metall für zehn Millionen Elektroautos geben.

Müller zufolge beträgt der Wert der Lithiumreserven in Zinnwald sechs Milliarden Euro. Eine im vergangenen Jahr veröffentliche Machbarkeitsstudie im Auftrag der Deutschen Lithium bescheinigt dem Projekt eine hohe Profitabilität. Auch Grant Sporre, Rohstoffexperte der Investmentbank Macquarie, bezeichnete das Zinnwald-Projekt im Gespräch mit dem Handelsblatt als „vielversprechend.“  

Bacanora hält 50 Prozent an der Deutschen Lithium. Die übrigen 50 Prozent liegen beim insolventen Solarmodulhersteller Solarworld. Eine Option, die es Bacanora erlaubt hätte, die übrigen 50 Prozent von Solarworld für einen zweistelligen Millionenbetrag zu kaufen, ist im Februar ausgelaufen.

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    Bacanora-Chef Peter Secker hatte bereits vor einem Jahr im Gespräch mit dem Handelsblatt durchblicken lassen, dass er daran kein Interesse hat. „Ich denke, es ist besser, das Unternehmen aus Bacanora herauszulösen“, sagte er. Bacanora selbst konzentriert sich auf ein Lithiumprojekt in Mexico. Dafür hat es den chinesischen Konzern Gangfeng als strategischen Investor gefunden. Interesse an Zinnwald haben die Chinesen offenbar nicht.

    Das Problem: Wenn Bacanora die Option nicht zieht, war vorgesehen, dass die Bacanora-Anteile zurück an die Solarworld gehen. Doch das Pleite-Unternehmen hat ebenfalls nicht die Mittel, jene 150 Millionen Euro aufzubringen, die Deutsche-Lithium-Chef Armin Müller benötigt, um seine Bergwerkspläne zu realisieren.

    Nun hat sich Bacanora offenbar mit dem Solarworld-Insolvenzverwalter auf einen Deal verständigt: Bacanora verzichtet darauf, die Option zu ziehen. Gleichzeitig wird jedoch auch die Klausel, dass die Anteile an dem Zinnwald-Projekt zurück an Solarworld gehen, außer Kraft gesetzt, heißt es in der Mitteilung von Bacanora. Wie viel Bacanora dafür an den Solarworld-Insolvenzverwalter zahlt, teilte das Unternehmen nicht mit.

    Die 1,35 Millionen Euro über zwei Jahre dürften ausreichen, um den laufenden Betrieb der Deutschen Lithium aufrecht zu erhalten. Vorstandschef Müller sagte kürzlich der „Sächsischen Zeitung“, er wolle bis Sommer neue Investoren finden.

    Allerdings ist das Marktumfeld für Lithiumprojekte nach wie vor schwierig. Der Lithiumpreis hat sich seit den Tiefstständen im Herbst vergangenen Jahres leicht erholt. Doch die Marktpanik, die durch die Ausbreitung des Coronavirus ausgelöst wurde, hat auch vor den Lithiumproduzenten nicht Halt gemacht. Die Aktien von Lithiumproduzenten wie Albemarle, SQM oder Livent und Entwicklern wie Bacanora stehen seit Mitte Februar deutlich unter Druck.

    Mehr: Das Lithium-Märchen im Erzgebirge steht vor einem ungewissen Ausgang.

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