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ElektromobilitätTesla zahlt in Grünheide Bonus für Anwesenheit

Das Management klagt über die hohen Fehlzeiten im deutschen Werk. Nun will der Autohersteller Beschäftigte, die selten krank ausfallen, mit bis zu 1000 Euro Prämie belohnen.Sönke Iwersen, Michael Verfürden 28.06.2024 - 13:48 Uhr
Tesla-Fabrik in Grünheide: Der Elektroautobauer startet ein Pilotprojekt mit bis zu 1000 Euro Prämie für häufige Anwesenheit. Foto: AP Photo/Ebrahim Noroozi, File

Düsseldorf. Der US-Elektroautohersteller Tesla will Angestellten im deutschen Werk in Grünheide künftig einen Bonus für Anwesenheit zahlen. Ein entsprechendes Pilotprojekt für den Produktionsbereich hat das Management auf der Betriebsversammlung am vergangenen Donnerstag angekündigt.

„Ich muss ehrlich sagen, wir haben mit uns gerungen. Warum soll man jemanden für Anwesenheit belohnen?“, sagte Werksleiter André Thierig. Andererseits gebe es in seiner Fabrik Personen, die „unermüdlich arbeiten kommen und ganz, ganz geringe Abwesenheiten aufzeigen“. Er freue sich, dass diese nun von ihrem Einsatz profitieren.

Das Programm soll Thierig zufolge zunächst ein Jahr laufen. „Wir beginnen jetzt mit der Pilotphase mit hundert Mitarbeitern und schauen uns das mal einen Monat lang an, wie das funktioniert“, sagte Thierig. Laufe alles ohne größere Probleme oder negatives Feedback, werde das Programm für die übrigen Angestellten ausgerollt.

Diese Belohnung plant Tesla für alle, die besonders selten krank sind

Die Teilnahme soll freiwillig sein. Wer mitmacht, könne über möglichst lange Anwesenheitszyklen „unterschiedliche Stati“ erreichen. An jeden Status sei am Ende des Jahres ein Anwesenheitsbonus geknüpft. Wer den Gold-Status erreicht, bekommt laut Thierig 1000 Euro Prämie.

„Natürlich wissen wir, dass man mal krank ist, natürlich wissen wir, dass man mal eine Grippe hat oder mal zum Zahnarzt geht oder was auch immer“, sagte Thierig. Wer den Goldstatus erreichen will, dürfe nicht mehr als etwa fünf Prozent seiner Arbeitszeit fehlen. Thierig: „Ich finde, das ist ein super Programm.“

Werksleiter André Thierig (vorne rechts) mit Brandenburgs Verkehrsminister Rainer Genilke (CDU): Tesla will einen „Goldstatus“ für Beschäftigte mit geringen Fehlzeiten einführen. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Vor einem Jahr hatte der Werksleiter sich noch ganz anders geäußert. „Wir werden das nicht dulden, dass manche sich den Rücken krumm buckeln für andere, die einfach keinen Bock haben, zur Arbeit zu kommen“, sagte Thierig auf der Betriebsversammlung im Juli 2023. Es gebe in seiner Fabrik keinen Platz für Leute, die morgens „nicht aus dem Bett“ kommen.

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Thierig hatte damals eine „deutlich über dem Industriedurchschnitt liegende krankheitsbedingte Abwesenheit“ beklagt. Er kündigte an, dass sich das Management diese „viel genauer anschauen” werde in nächster Zeit, „ob es da gewisse Muster gibt“. Tesla müsse sich wehren, wenn „Leute, wie man so schön sagt, krankfeiern“.

Einfach nur eine Anerkennung dafür, dass man zur Arbeit kommt, ist nicht selbstverständlich.
Michaela Schmitz
Betriebsratsvorsitzende Tesla

Nun versucht das Unternehmen mit der Prämie fürs Nicht-Kranksein gegenzusteuern. Tesla wollte das Programm schon deutlich früher beginnen, doch der Betriebsrat hatte Bedenken. Thierig hat dafür offenbar wenig Verständnis: „Das muss ich ganz ehrlich sagen, da hat sich der Betriebsrat schwergetan, das Programm zu genehmigen, was mich auch geärgert hat.“

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Die Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz sprach von einem „tollen Baustein“ in Sachen Wertschätzung. „Einfach nur eine Anerkennung dafür, dass man zur Arbeit kommt, ist nicht selbstverständlich“, sagte Schmitz vor der Belegschaft. Sie sorge aber auch nicht dafür, „dass die Krankenrate weiter runtergeht“.

Erstpublikation: 26.06.2024, 13:06 Uhr.

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