Fresenius: Warum FMC-Chefin Carla Kriwet wirklich geht
Der abrupte Chefwechsel ist Höhepunkt eines turbulenten Jahrs bei Fresenius Medical Care.
Foto: Reuters, FMC, PhilipsFrankfurt, Düsseldorf. Der im Dax notierte Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) steht nach dem überraschenden Abgang von Vorstandschefin Carla Kriwet vor unruhigen Zeiten. Kriwet hatte in der Nacht zu Dienstag nach nur zwei Monaten ihren Rückzug verkündet. Vorausgegangen war Unternehmenskreisen zufolge ein Streit um die Neuausrichtung des Dialysekonzerns.
Nachfolgerin wird mit sofortiger Wirkung Finanzchefin Helen Giza. Offiziell nennt Fresenius „strategische Differenzen“ für den Führungswechsel. Der Abgang ist der vorläufige Höhepunkt eines turbulenten Jahres für den Dialysekonzern und dessen Mutter Fresenius. Beide sind nach mehreren Gewinnwarnungen stark unter Druck.
Für Fresenius hat sich Fresenius Medical Care als Sorgenkind erwiesen, vor allem wegen Problemen in den USA. Kriwet hatte nach Informationen von Insidern vor, insbesondere das Geschäft der Dialysekliniken in den USA zu restrukturieren. Bereits von Helen Giza getroffene Entscheidungen, etwa die Verlagerung der IT in die USA, hatte sie gestoppt. Darüber sei es zum Eklat gekommen. Kriwet sei, sagten mehrere Insider dem Handelsblatt, zu vielen auf die Füße getreten.