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Impfstoffentwicklung Pharmariese GSK steigt beim Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ein

Nach dem Einstieg der Bundesregierung kooperiert Curevac nun auch mit einem internationalen Pharmakonzern. Dabei geht es um die gemeinsame Entwicklung von neuen Impfstoffen.
20.07.2020 - 09:46 Uhr Kommentieren
Die Tübinger forschen auch an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Quelle: dpa
Biotechunternehmen Curevac

Die Tübinger forschen auch an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Erstmals hat nun auch das Tübinger Unternehmen Curevac eine Partnerschaft mit einem der ganz großen Pharmahersteller vereinbart. Mit dem britischen Konzern Glaxo-Smithkline (GSK) verabredete das Biotech-Unternehmen eine Forschungskooperation im Bereich mRNA-Impfstoffe und monoklonale Antikörper. GSK beteiligt sich im Rahmen der Allianz mit 150 Millionen Euro am Kapital von Curevac und wird damit künftig knapp zehn Prozent des Kapitals halten

Hinzu kommen eine Einmalzahlung von rund 120 Millionen Euro, 30 Millionen Euro Zuschuss für den Aufbau von Produktionsanlagen und weitere Zahlungen von bis zu 700 Millionen Euro in Abhängigkeit von bestimmten Entwicklungs- und Vermarktungserfolgen. Das Gesamtvolumen der Allianz kann damit rund eine Milliarde Euro erreichen.

Für Curevac ist es der zweite Einstieg eines Investors innerhalb weniger Wochen, nachdem Mitte Juni die Bundesregierung eine Kapitalbeteiligung von 300 Millionen Euro zusagte.

Das Tübinger Unternehmen, das bisher maßgeblich von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp finanziert wurde, gehört zu den führenden Entwicklern von Impfstoffen auf Basis von Botennukleinsäuren (mRNA) und gilt damit auch als einer der aussichtsreichen Akteure in der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen.

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    Bei dieser neuartigen mRNA-Technik besteht der Impfstoff nicht aus Viren oder Proteinen, sondern aus genetischen Bauplänen zur Produktion von sogenannten Antigenen in den Körperzellen. Auf diese Antigene wiederum reagiert dann das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion, die dann auch vor dem eigentlichen Virus schützen soll. Die nun vereinbarte Allianz mit GSK umfasst allerdings nicht das Covid-19-Impfstoff-Projekt von Curevac, sondern zielt allgemein auf die Erforschung neuer Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten.

    Konkret wurde die Erforschung, Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung von bis zu fünf mRNA-basierten Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern (mAbs) zur Bekämpfung von Erregern von Infektionskrankheiten bekanntgegeben. Bei Antikörpern handelt es sich um eine spezielle, sehr vielfältige Klasse von Proteinen, die auch das Immunsystem zur Infektionsabwehr nutzt. Solche Substanzen werden unter anderem auch in der Krebs- und Rheumatherapie eingesetzt.

    GSK ist der weltweit größte Hersteller von Impfstoffen und erzielte zuletzt rund neun Milliarden Dollar Umsatz auf dem Gebiet. Über die Allianz mit Curevac versucht der britische Konzern vor allem, seine Forschungsbasis weiter zu verbreitern.

    Neue Impfstoffe und Therapien geplant

    Die Zusammenarbeit ergänze die bestehende mRNA-Kompetenz von GSK um die integrierte mRNA-Plattform von Curevac, heißt es in einer Mitteilung der beiden Unternehmen. Curevacs Führungsposition in der mRNA-Technologie und seine mRNA-Produktionskapazität ergänzten die wissenschaftliche Expertise von GSK bei Impfstoffen, darunter auch die Technologieplattform im Bereich sogenannter selbstverstärkender mRNA (SAM).

    Darüber hinaus erweitere GSK durch die Kooperation seine wachsenden Innovationsfähigkeiten im Bereich monoklonaler Antikörper, die auf den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt in der Immunologie ausgerichtet sind. „Die Weiterentwicklung mRNA-basierter Impfstoffe und Therapien könne auch bei der Eindämmung künftiger Pandemien eine entscheidende Rolle spielen.

    „Mithilfe der mRNA-Technologie, darunter SAM, hoffen wir, nun gemeinsam Impfstoffe und Therapien zu entwickeln und im großen Maßstab produzieren zu können, um Infektionskrankheiten schneller als bisher behandeln und verhindern zu können“, sagte Roger Connor, Chef der Impfstoff-Sparte von GSK.

    Der Einstieg von Glaxo erfolgt offenbar unabhängig von den weitreichenden Curevac-Anstrengungen, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln. Das Tübinger Unternehmen hatte Ende Juni mit den ersten klinischen Versuchen begonnen.

    Hier befindet sich Curevac in einem Wettlauf mit der Mainzer Biontech und dem US-Biotechunternehmen Moderna, die ebenfalls an mRNA-basierten Impfstoffen arbeiten und inzwischen auch bereits erste klinische Daten aus ihren Studien publiziert haben. Curevac liegt gegenüber diesen Unternehmen etwa zwei Monate zurück, verfügt nach eigener Einschätzung aber über einen besonders effizienten Impfstoffkandidaten.

    GSK wiederum kooperiert in der Covid-Impfstoffentwicklung mit dem französischen Pharmariesen Sanofi. Dabei entwickelt Sanofi den eigentlichen Impfstoff, der in diesem Fall aus einem Protein des Virus besteht. GSK dagegen bringt einen Impfverstärker in die Partnerschaft ein. Anders als die Konkurrenten aus dem Biotechsektor sind die beiden Pharmariesen mit ihrem Covid-Impfstoffkandidaten in den klinischen Studien.

    Mehr: Neue Studie stärkt Hoffnung auf Corona-Impfstoff

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