Industrie: Erstes Quartalsminus seit Corona-Ausbruch – Boschs Umsatz sinkt
Stuttgart. Eines muss man dem Stiftungskonzern Bosch lassen: Er findet in seinem Geschäftsbericht gern passende Bilder. In diesem Jahr werden die englischen „crossroads“ bemüht. Sie können eine Wegkreuzung sein, aber auch ein Scheideweg.
Der weltgrößte Autozulieferer steckt gerade zwischen den Megatrends Dekarbonisierung, Automatisierung, Chip- und Software sowie Künstlicher Intelligenz. Trotz einer hohen Eigenkapitalquote von 44 Prozent muss er daher genau überlegen, wo er sein Geld investiert und wo besser nicht.
Denn das aktuelle Geschäft bringt wenig Entlastung. Die Transformation zur Elektromobilität im Autosektor ist aufwendig, und die anderen Sparten Hausgeräte, Elektrowerkzeuge, Klimatechnik und Industrietechnik können nur wenig ausgleichen.
Bosch-Chef Stefan Hartung hatte in den vergangenen Monaten bereits angekündigt, dass 2024 ein schwieriges Jahr wird. Das hat sich mit den Zahlen vom ersten Quartal bestätigt, die der Konzern am Donnerstag vorgelegt hat. In den ersten drei Monaten ist der Umsatz in der Bosch-Gruppe gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp ein Prozent zurückgegangen. Es ist das erste Quartalsminus seit dem Einbruch im ersten Quartal des Coronajahres 2020.