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IndustrieHolcim übernimmt deutschen Baustoff-Hersteller Xella

Der Schweizer Zementkonzern kauft den deutschen Konkurrenten, bekannt für seine Ytong-Steine. Der Milliardendeal steht allerdings noch unter Vorbehalt. 20.10.2025 - 07:18 Uhr Artikel anhören
Xella-Steine: Der Duisburger Konzern geht an den Schweizer Zementhersteller. Foto: Xella

Zürich. Der Schweizer Zementkonzern Holcim übernimmt den deutschen Baustoff-Hersteller Xella. Holcim wolle mit dem Zukauf für 1,85 Milliarden Euro sein Angebot an Bau- und Dämmsystemen für Wände ausbauen und den wachsenden europäischen Markt für Gebäudesanierungen erschließen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Transaktion ist ein Schritt hin zu dem Ziel, den Anteil des bisherigen Kerngeschäfts mit Zement am Geschäftsvolumen zu verringern und klimafreundlichere Bauprodukte wie Dach- und Dämmsysteme auszubauen. „Diese strategische Übernahme ist ein Meilenstein in unserer Vision, der führende Partner für nachhaltiges Bauen zu sein“, sagte Konzernchef Miljan Gutovic.

Die Duisburger Xella bietet unter Marken wie „Ytong“, „Silka“, „Hebel“ und „Multipor“ Bau- und Dämmstoffe. Am bekanntesten ist der „Ytong“-Porenbeton. und Das Unternehmen beschäftigt gut als 4000 Mitarbeiter und erwartet im laufenden Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Für Holcim rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 16 Milliarden Franken.

Xella hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Mischkonzern Haniel hatte seine Baustoffsparte 2008 an die Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs verkauft. Nach einem vergeblichen Anlauf, das Geschäft an die Börse zu bringen, reichten sie Xella 2016 für 2,2 Milliarden Euro an Lone Star weiter. Die Amerikaner fokussierten das Unternehmen auf Wandsysteme und trennten sich von der Kalk-Tochter Fels, die an die irische CRH verkauft wurde.

Deutscher Wohnungsbau vor Aufschwung

Die europäische Renovierungsraten dürften sich Schätzungen der EU zufolge in den kommenden Jahren verdoppeln, um die Energieeffizienz älterer Gebäude zu verbessern. Der europäische Wandbaustoffmarkt wird laut Holcim bis 2030 voraussichtlich auf 16 Milliarden Euro wachsen. Der Konzern verwies auf Energieeffizienz-Vorschriften und die Nachfrage nach zehn Millionen neuen Wohnungen.

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Die Übernahme ergänze das bestehende Gebäudeportfolio von Holcim in hohem Maße, erklärte Vontobel-Analyst Mark Diethelm. Xella habe in den vergangenen drei Jahren unter dem schwachen deutschen und europäischen Wohnungs-Neubau gelitten. Daher sei der Kaufpreis attraktiv. Nun stehe der deutsche Wohnungsbau aber vor einem Aufschwung. An der Börse zogen Holcim 1,2 Prozent an.

Die Übernahme steht Holcim zufolge unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Behörden und soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Die Übernahme werde sich bereits im ersten Jahr positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken.

rtr
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