Jürgen Otto: Wie ein untypischer Sanierer Heideldruck retten will
Wiesloch. Jürgen Otto hat schon einige Sanierungsjobs hinter sich. Bevor er Anfang Juli Chef bei Heidelberger Druckmaschinen (Heideldruck) wurde, führte er etwa den Modekonzern S.Oliver in schwierigen Zeiten. Er weiß, dass Restrukturierer mehr können müssen, als nur Jobs zu streichen und die Kosten zu drücken. Mindestens genauso wichtig: Die Belegschaft muss ihnen vertrauen können.
Stabile Zahlen sind die Grundlage dafür, und nach denen strebt Otto im Zuge der wichtigen Branchenmesse Drupa. Das Geschäftsjahr der Druck-Spezialisten endet im März, Ziel ist weiterhin ein Umsatz auf Vorjahresniveau von 2,4 Milliarden Euro. Weil der Auftragseingang durch gute Messegeschäfte im ersten Halbjahr mit 1,3 Milliarden Euro um sieben Prozent über dem Vorjahr lag, erwartet der Heideldruck-Chef ein deutlich besseres zweites Halbjahr.
Anders ist das Jahresziel auch nicht mehr zu erreichen, denn nach den ersten sechs Monaten lag der Umsatz mit 915 Millionen Euro noch rund 160 Millionen Euro unter Vorjahr. In seinen ersten drei Monaten und damit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres konnte Otto immerhin ein kleines positives Ergebnis nach Steuern erreichen. Im ersten Quartal – noch unter Verantwortung seines Vorgängers – lag der Verlust noch bei 42 Millionen Euro.