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Kabelspezialist Angeschlagener Autozulieferer Leoni löst sein Liquiditätsproblem

Das Unternehmen hat ein Sanierungsgutachten vorgelegt und sich mit den Banken geeinigt. Sanierer Hans-Joachim Ziems rückt in den Vorstand auf.
13.03.2020 - 18:41 Uhr Kommentieren

München Aufatmen beim angeschlagenen Autozulieferer Leoni: Das fränkische Unternehmen hat seine Liquiditätsprobleme gelöst. Ein Sanierungsgutachten habe „die Durchfinanzierung und Sanierungsfähigkeit“ bestätigt, teilte die Leoni AG am Freitagabend mit. Man habe sich mit den Finanzierungspartnern auf Maßnahmen zur Deckung des Liquiditätsbedarfs geeinigt. Diese erhöhten die Liquidität um mindestens 200 Millionen Euro.

Zugleich kündigte Leoni an, dass Sanierer Hans-Joachim Ziems als Chief Restructuring Officer in den Vorstand einzieht. Ziems war bereits als Generalbevollmächtigter für das Unternehmen tätig und soll nun die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts verantworten. Ziems sei „mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise eine ideale Ergänzung“ des Management-Teams, sagte Aufsichtsratschef Klaus Probst.

Leoni machte zuletzt hohe Verluste und muss im März Schuldscheindarlehen über 170 Millionen Euro zurückzahlen, im Gesamtjahr sind es 195 Millionen Euro. Im Dezember erklärte der Vorstand, dass sich die Liquidität um diesen Betrag erhöhen solle. Dieses beruht nun auf einem Restrukturierungskonzept für die Jahre 2020 bis 2022. Dieses knüpfe an das bereits in der Umsetzung befindliche Performance- und Strategieprogramm Value 21 an und gehe teilweise darüber hinaus, hieß es.

Leoni-Chef Aldo Kamper sagte, das Gutachten gebe Mitarbeitern und Partnern „zusätzliche Sicherheit“. Die Maßnahmen würden dazu beitragen, das Unternehmen weiter zu stabilisieren. „Wir arbeiten weiter unermüdlich daran, Leoni wieder auf Kurs zu bringen und können uns nach erfolgter Absicherung der Durchfinanzierung ganz auf die Umsetzung der geplanten und zu großen Teilen bereits in Umsetzung befindenden Maßnahmen fokussieren.“

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    Der Autozulieferer leidet unter der Branchenkrise, hat aber auch hausgemachte Probleme. Der Konzern war zu schnell gewachsen, der Anlauf eines neuen Werks in Mexiko misslang. Der neue Vorstandschef Aldo Kamper, der im Herbst angetreten ist, verkündete ein Restrukturierungsprogramm. Dabei soll unter anderem die Kabelsparte abgespalten werden. Künftiges Kerngeschäft sind dann die Bordnetze.

    Branche steht vor großen Herausforderungen

    In Industriekreisen ist man nun zuversichtlich, dass Leoni die weitere Sanierung erfolgreich angehen kann. Zwar seien die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auch auf Leoni noch nicht absehbar. Doch stehe der Konzern nun wieder solider da.

    Zu dem nun beschlossenen Maßnahmenpaket gehören laut Mitteilung unter anderem eine „erhebliche Ausweitung der Factoring-Programme, Sale-and-Leaseback-Transaktionen von Vermögenswerten in Deutschland und China und die Umstrukturierung von verschiedenen bestehenden bilateralen Kreditlinien in eine neue Konsortialkreditlinie“.

    Die Umstrukturierung bestehender Kreditlinien führe zu einer Verbesserung der Fälligkeitsstruktur, da das entsprechende Finanzierungsvolumen bis Ende 2022 fest verfügbar sei und keine Auswirkung auf die bestehende Konsortialkreditlinie aus dem Jahr 2018 habe. Weiter hieß es: „Zur Absicherung der Durchfinanzierung hat sich Leoni dazu verpflichtet bis zur Rückzahlung der umstrukturierten Kreditlinien keine Dividende auszuschütten.“

    Die Autozulieferer stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Schon im vergangenen Jahr entwickelte sich der chinesische Automarkt schwach, im Februar ist er wegen Corona dann ganz eingebrochen. Zudem müssen die Unternehmen den Wandel zur Elektromobilität schaffen.

    Mehr: Leoni kämpft mit Problemen bei Großprojekt – Verlust höher als erwartet

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