1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Kartellrecht: Italien hat Novartis und weitere Pharmafirmen wegen Augenarznei im Visier

KartellrechtItalien hat Novartis und weitere Pharmafirmen wegen Augenarznei im Visier

Die Pharmaunternehmen hätten sich bei der Einführung eines Medikaments abgesprochen und damit den Wettbewerb behindert, wirft ihnen die italienische Wettbewerbsbehörde vor. 06.06.2024 - 13:25 Uhr aktualisiert
Novartis wird von der italienischen Kartellbehörde untersucht.  Foto: Reuters

Rom. Die Schweizer Pharmariesen Novartis und Roche sehen sich in Italien mit kartellrechtlichen Ermittlungen konfrontiert. Gegen mehrere Pharmaunternehmen sei eine Untersuchung eingeleitet worden, weil sie den Wettbewerb beim Verkauf eines Medikaments gegen Augenkrankheiten behindert haben sollen, teilte die italienische Wettbewerbsbehörde am Donnerstag mit.

Ermittelt werde gegen Samsung Bioepis, den US-Konzern Biogen, die Roche-Tochter Genentech sowie Novartis. Der Vorwurf lautet, dass die Unternehmen ihre kommerziellen Strategien koordiniert hätten, um die Markteinführung des von Samsung Bioepis entwickelten und vertriebenen Medikaments Byooviz in Italien zu verzögern, erklärte die Behörde.

Byooviz, entwickelt von Samsung Bioepis und seinem Partner Biogen, wird gegen die zu Sehbehinderungen bis zur Erblindung führende altersbedingte Makuladegeneration (AMD) eingesetzt. Die Arznei ist ein sogenanntes Biosimilar – eine günstigere Nachahmerversion des biologisch hergestellten Genentech-Medikaments Lucentis. Lucentis wird außerhalb der USA von Novartis vertrieben.

Verzögerte Markteinführung könnte sich nachteilig auf Kunden ausgewirkt haben

 „Wir können die Untersuchung der italienischen Wettbewerbsbehörde bestätigen“, erklärte eine Sprecherin von Novartis. „Wir kooperieren mit der Behörde und haben die angeforderten Informationen zur Verfügung gestellt.“ Von Roche lag vorerst keine Stellungnahme vor.

Italiens Wettbewerbsbehörde zufolge könnte sich die eventuell verzögerte Markteinführung von Byooviz nachteilig auf die Verfügbarkeit von Medikamenten und die Preise für Patienten ausgewirkt haben. Zudem seien negative Auswirkungen im Hinblick auf etwaige Einsparungen im italienischen Gesundheitswesen denkbar. Laut der Behörde gab es Durchsuchungen in Italien und den Niederlanden.

Roche lehnte es ab, sich zu potenziellen oder laufenden regulatorischen oder rechtlichen Untersuchungen zu äußern. Eine Roche-Sprecherin erklärte, das Unternehmen sehe „den Wettbewerb mit Biosimilars als normalen Teil des Lebenszyklus einer biologischen Behandlung und denke, dass Biosimilars eine wichtige Rolle bei der finanziellen Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen spielen und gleichzeitig Spielraum für Innovationen schaffen können.“ Samsung Bioepis kooperiert einem Sprecher zufolge bei der Untersuchung in vollem Umfang. Biogen reagierten nicht sofort auf die Bitte um eine Stellungnahme.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt