Knorr-Bremse-Chef Llistosella: „Die Chinesen haben kräftig aufgeholt“
Der Manager führt den Zulieferkonzern Knorr-Bremse seit Angang Januar.
Foto: Knorr-BremseMünchen. Der neue Chef von Knorr-Bremse, Marc Llistosella, will den Zulieferkonzern „zu alter Stärke zurückführen“. Dazu plant der Manager, die Struktur des auf Lkw- und Zugbremsen ausgerichteten Konzerns zu überprüfen, wie er dem Handelsblatt in seinem ersten Interview nach Amtsantritt sagt.
Dass Knorr-Bremse sich auf diese beiden Sparten spezialisiert habe, „war eine von Thieles genialen Ideen“, sagt Llistosella über den 2021 verstorbenen Firmengründer und Mehrheitsaktionär Heinz Hermann Thiele. „Aber ich will keine Denkverbote, wir müssen alle Karten auf den Tisch legen. Und dann schauen wir, was unternehmerisch Sinn macht.“
Eine Möglichkeit könnten laut Llistosella virtuelle Börsengänge sein, wie sie VW-Chef Oliver Blume für die Einzelmarken des Wolfsburger Autoherstellers ins Spiel gebracht hat. Das heißt bei Volkswagen: Alle Töchter sollen einen möglichen Börsengang durchspielen, auf die echte IPOs wie bei Porsche folgen könnten.
Llistosella ist seit Anfang Januar Vorstandschef des MDax-Konzerns Knorr-Bremse, der weltweit rund 30.000 Menschen beschäftigt. Schlagzeilen machen vor allem die Erben des verstorbenen Firmenpatriarchen. Dessen Tochter Julia Thiele-Schürhoff, ihr Bruder Henrik und Thieles zweite Ehefrau Nadia streiten vor Gericht um das rund 15 Milliarden schwere Industrieportfolio, dessen Kernstück die Mehrheitsbeteiligung an Knorr-Bremse ist.