Peter Leibinger: Innovations-Nerd mit Realitätssinn führt künftig den BDI
Stuttgart. Wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den schwäbischen Familienunternehmer Peter Leibinger am 25. November zu seinem neuen Präsidenten wählt, dann ist das für den 57-jährigen Ingenieur ein mutiger Schritt ins Licht der Öffentlichkeit – das er in der Vergangenheit nicht aktiv gesucht hat. Für die Berliner Politik ist es ein richtungsweisendes Signal.
Denn es kommt ein technologiebegeisteter Innovator mit strategischem Weitblick, der sachorientierte, leise Töne mit einer zugewandten Art bevorzugt. Solche Umgangsformen sind im Berliner Nahkampf auf offener Bühne eher ungewöhnlich, und Leibinger ist vergleichsweise unerfahren mit Blick auf die ruppigen Gepflogenheiten des Hauptstadtbetriebs. Warum soll ausgerechnet er zur Stimme der deutschen Industrie werden?
Leibinger bringt für seine neue Aufgabe etwas mit, das es so in der deutschen Industrie nicht noch einmal gibt. Wenn er fasziniert mit leuchtenden Augen über Technologiethemen und im Besonderen das Potenzial von Lasern spricht, dann erinnert sein asketisches Auftreten an Apple-Legende Steve Jobs – nur ohne dessen amerikanischen Marketing-Habitus.