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Pharma und AgrarchemieBayer-Aktie knickt ein – Glyphosat drückt Gewinn

Der Preisverfall bei dem Unkrautvernichter setzt dem Konzern zu, auch das Pharmageschäft läuft nicht rund. Auch für den weiteren Jahresverlauf sieht Bayer wachsende Risiken.Bert Fröndhoff 11.05.2023 - 11:33 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Division Pharma hat im ersten Quartal deutlich weniger Gewinn gemacht.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist schwach ins neue Jahr gestartet. Grund dafür ist insbesondere der starke Preisrückgang beim Unkrautvernichter Glyphosat. Im vergangenen Jahr noch hatte Bayer kräftig davon profitiert, dass es bei Glyphosat weltweit Lieferengpässe gab und die Preise teils um das Dreifache stiegen. Jetzt entspannt sich die Lage wieder.

Der bereinigte Gewinn von Bayer sank im ersten Quartal 2023 um 15 Prozent auf 4,47 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem Durchschnitt der Analystenerwartungen.

Der Vorstand sieht zudem weitere Risiken für die Gewinnentwicklung in diesem Jahr, denn die Glyphosatpreise sinken offenbar schneller als erwartet.

Vorstandschef Werner Baumann bestätigte zwar am Donnerstag die Prognose, doch werde das Ergebnis eher am unteren Ende der genannten Spanne landen. Bayer hat für 2023 einen bereinigten Gewinn (Ebitda vor Sonderposten) zwischen 12,5 und 13 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. 2022 hatte Bayer einen Rekordgewinn von 13,5 Milliarden Euro gemacht.

An der Börse kam die Ansage nicht gut an. Die Bayer-Aktie knickte nach dem Handelsstart in Frankfurt zwischenzeitlich um 7,9 Prozent auf 53,73 Euro ein und war damit größter Verlierer im Dax.

Der neue Konzernchef Bill Anderson wird am Ende seines ersten Geschäftsjahrs bei Bayer voraussichtlich einen Gewinnrückgang von bis zu sieben Prozent verkünden müssen. Anderson tritt den Posten Anfang Juni an, Baumann geht dann in den Ruhestand. Er hinterlässt seinem Nachfolger einige Baustellen.

Denn nicht allein Glyphosat und die allgemeine Inflation bei Vorprodukten setzen Bayer aktuell zu. Auch das Pharmageschäft schwächelte im ersten Quartal. Die hohen Kosten für die Vermarktung neuer Produkte sowie für Forschung und Entwicklung waren erwartet worden.

Bayer-Zahlen: China-Geschäft drückt das Ergebnis der Pharmasparte

Doch drückte auch das Chinageschäft das Ergebnis. China ist zwar nicht der größte Einzelmarkt für Bayers Pharmasparte. Doch der Preisdruck in dem Land ist besonders hoch. Die Regierung setzt sogenannte Tenderverfahren ein. Dabei schließen sich Provinzen und Kommunen zu Großeinkäufern von Arzneien zusammen und drücken die Preise. Das traf vor allem Bayers Top-Umsatzbringer, den Gerinnungshemmer Xarelto und das Herzmittel Adalat.

Bayer nennt die Lage in China als Hauptgrund für den Umsatzrückgang der Pharmadivision um drei Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Dort seien auch noch negative Auswirkungen der Coronapandemie zu spüren gewesen. Der bereinigte Gewinn sackte in der Folge sogar um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro ab. Neue Produkte wie das Krebsmedikament Nubeqa und das Nierenmittel Kerendia verkaufen sich zwar gut, doch die Vermarktung kostet viel Geld.

Bayers Nettoverschuldung steigt auf 36 Milliarden Euro

In der Agrarsparte Crop Science gingen Umsatz und Gewinn ebenfalls zurück, doch erreichte Bayer dort noch eine Rendite vor Sonderposten von 39 Prozent, bei Pharma waren es 25 Prozent. Ohne die Auswirkungen des Preisverfalls bei Glyphosat wäre die Sparte nach Angaben von Bayer um acht Prozent gewachsen.

Bei Crop Science spürte Bayer die inflationsbedingt höheren Einkaufskosten deutlich, das galt auch für die dritte Sparte mit den verschreibungsfreien Arzneien rund um Aspirin. Consumer Health konnte zwar den Umsatz leicht steigern, der bereinigte Gewinn sank jedoch.

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Baumanns Abschiedsquartal ist noch einmal von vielen Sondereffekten geprägt, die vor allem auf die Rechtsstreitigkeiten in den USA zurückzuführen sind. Der Konzern hat in das Ergebnis der ersten drei Monate die großen absehbaren Belastungen eingebucht: Rund 1,5 Milliarden Euro flossen für die Beilegung von Verfahren bei Glyphosat und bei der ebenfalls mit Monsanto eingekauften Rechtssache um die Chemikalie PCB ab.

Bayer hatte dafür zuvor Rückstellungen gebildet. Wegen des schnelleren Preisverfalls als erwartet bei Glyphosat musste der Konzern aber erneut Abschreibungen vornehmen. In Summe sank der freie Cashflow im ersten Quartal auf minus 4,1 Milliarden Euro und in der Folge stieg auch die Verschuldung deutlich: Zum 31. März weist Bayer eine um 13 Prozent höhere Nettoverschuldung von 36 Milliarden Euro aus.

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