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Quartalszahlen Operativer Gewinn von Siemens bricht ein – die Blitzanalyse

Siemens startet schwach in das Jahr der Aufspaltung. Umsatz und Auftragseingang gehen leicht zurück. Doch vor allem die Energiesparte schwächelt – kurz vor ihrem Börsengang.
05.02.2020 - 07:00 Uhr Kommentieren
Kaeser sprach von einer „unbefriedigenden Situation im gesamten Energiegeschäft“. Quelle: dpa
Siemens-Werk in Tübingen

Kaeser sprach von einer „unbefriedigenden Situation im gesamten Energiegeschäft“.

(Foto: dpa)

München Siemens-Chef Joe Kaeser hat am frühen Mittwochmorgen vor der Hauptversammlung die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2019/20 (30. September) vorgelegt. Die meisten Kennziffern fielen schlechter aus als im Vorjahreszeitraum. Das Jahr habe „wie erwartet eher verhalten begonnen“, sagte Kaeser. „Die unbefriedigende Situation im gesamten Energiegeschäft macht deutlich, wo der primäre Handlungsbedarf besteht.“ Das Energiegeschäft solle wie geplant im Herbst als Siemens Energy an die Börse. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz sank im ersten Quartal um vergleichbar ein Prozent auf 20,3 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit etwas weniger Umsatz gerechnet. Zum Vergleich: Beim kriselnden US-Rivalen General Electric legten die Industrieumsätze von Oktober bis Dezember um vergleichbar knapp fünf Prozent auf 25,4 Milliarden Dollar zu. Der Auftragseingang sank auf dieser Basis um zwei Prozent auf 24,8 Milliarden Euro.
  • Das operative Ergebnis brach um 30 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ein. Siemens begründete dies mit einer Marktschwäche bei den kurzzyklischen Geschäften und den Verlusten bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa. Analysten hatten im Schnitt knapp 1,9 Milliarden Euro prognostiziert.
  • Damit erzielte Siemens eine Umsatzrendite von nur noch 7,3 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
  • Der Gewinn unter dem Strich sank vor allem wegen einer niedrigeren Steuerquote nur um drei Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro.

Das fällt positiv auf

Viele positive Überraschungen gab es nicht. In der Überschrift der Pressemitteilung verwies Siemens auf den Rekordauftragsbestand von 149 Milliarden Euro. Der einzige industrielle Geschäftsbereich, der sein operatives Ergebnis steigern konnte, war die Intelligente Infrastruktur, die das angepasste EBITA um ein Drittel auf 281 Millionen Euro steigerte.

Das fällt negativ auf

Die Zahlen des Energiegeschäfts, das in den kommenden Monaten als Siemens Energy abgespalten wird und im Herbst an die Börse soll, fielen schlecht aus. In der Kraftwerkssparte Gas and Power sank das operative Ergebnis nochmals um fast zwei Drittel auf 62 Millionen Euro. Dies entsprach einer Marge von nur noch 1,4 Prozent. Siemens Gamesa rutschte mit einem operativen Minus von 165 Millionen Euro sogar in die Verlustzone.

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    Für das Gesamtjahr hatte Kaeser ein erneut moderates Umsatzwachstum in Aussicht gestellt. Beim unverwässerten Ergebnis je Aktie wird eine Bandbreite von 6,30 bis 7,00 erwartet nach 6,41 Euro im Jahr zuvor. Die Prognose wurde bestätigt. Allerdings hieß es: „Risiken ergeben sich insbesondere aus geopolitischen und geoökonomischen Unsicherheiten.“

    Mehr: Siemens stockt für 1,1 Milliarden Euro Beteiligung an Siemens Gamesa auf.

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