Rüstungskonzern: Auftragseingang bei Rheinmetall zieht kräftig an – Munition gefragt
Rheinmetall dürfte angesichts der Bedrohungslage durch Russland auch aus anderen Staaten mehr Aufträge bekommen.
Foto: dpaDüsseldorf. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert von den Aufrüstungsbestrebungen zahlreicher Länder infolge des Ukrainekriegs. Wie das Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal am Freitag mitteilte, blieb der Umsatz zwar mit 1,3 Milliarden Euro in etwa auf der Höhe des Vorjahresquartals. Der Auftragseingang zog jedoch in mehreren Sparten deutlich an.
So wuchsen die Bestellungen im Geschäft mit Artillerie und Munition auf 1,1 Milliarden Euro und verfünffachten sich damit im Vergleich zum Vorjahr. Rheinmetall rechne sich gute Chancen aus, in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in zahlreichen Ländern „wertvolle Beiträge zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit leisten zu können“, sagte Konzernchef Armin Papperger.
Trotz des stagnierenden Umsatzes konnte Rheinmetall dabei seinen operativen Gewinn von 84 Millionen Euro auf 92 Millionen Euro steigern. Das Wachstum sei vor allem auf den Zuwachs in der Artillerie- und Munitionssparte zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Dabei hat Rheinmetall vor allem von einem Auftrag aus Ungarn über mehrere Hundert Millionen Euro profitiert.
Auch das Geschäft mit militärischen Rad- und Kettenfahrzeugen konnte ein deutlich höheres Ordervolumen verbuchen als im Vorjahr. So stieg der Auftragseingang zwischen Januar und März 2022 von 220 Millionen Euro auf 398 Millionen Euro. Hier hatte sich vor allem eine Bestellung von Boxer-Fahrzeugen aus Großbritannien positiv ausgewirkt.
Autozuliefergeschäft schwächelt
Während der Rüstungsbereich floriert, leiden die zivilen Zuliefergeschäfte von Rheinmetall unter der schlechten Konjunktur in der Automobilbranche. Dabei sank der Umsatz mit Komponenten und Regelsystemen um sieben Prozent auf 347 Millionen Euro. Der Rückgang sei vor allem auf geringere Abrufe aufgrund des globalen Marktrückgangs zurückzuführen, so das Unternehmen.
Wachstum hatte Rheinmetall im Zivilbereich hingegen vor allem bei Technologien für die Elektromobilität zu verzeichnen. „Mit weiter wachsenden Umsatzanteilen im Bereich der alternativen Antriebe sind wir auf einem Erfolg versprechenden Weg, die Transformation der Industrie voranzubringen und neue Wachstumspotenziale für uns zu heben“, sagte Rheinmetall-Chef Papperger.
Für das Gesamtjahr rechnet Rheinmetall nach wie vor mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent, sofern die Bundesregierung die angekündigten Aufrüstungsprogramme umsetzt. Kanzler Olaf Scholz hatte als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine die Absicht geäußert, in den nächsten Jahren 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr zu investieren.
Bereits kurz darauf hatte Rheinmetall eine Liste mit schnell verfügbaren Militärprodukten vorgelegt, darunter Panzer, Lastwagen und Munition. An die Ukraine will Rheinmetall zudem modernisierte Versionen seiner älteren Marder-Schützenpanzer und Leopard-Kampfpanzer liefern. Zudem rechnet das Unternehmen damit, dass die Nachfrage nach Rüstungsgütern auch in anderen Ländern anzieht.
Die Politik habe dazu eindeutige Signale gegeben, die nun in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden müssten, sagte Papperger. „Wir bei Rheinmetall sind darauf vorbereitet.“