Stahlindustrie: Projekt Freedom: Die Abspaltung der Stahlsparte wird für Thyssen-Krupp immer schwieriger
Mitarbeiter in Schutzkleidung arbeitet am Hochofen.
Foto: dpaBerlin/Düsseldorf. Für die Abspaltung der Stahlsparte hat sich das Management von Thyssen-Krupp einen Namen einfallen lassen, der polarisiert: „Freedom“ heißt das Projekt, mit dem der Stahlhersteller mit 26.000 Mitarbeitern aus der Krupp-Welt gefegt werden soll.
In den Reihen von Thyssen-Krupp Steel sorgt die Wahl des Namens für großen Unmut. Nach über 200 Jahren im Verbund wolle der Mutterkonzern das alte Kerngeschäft einfach loswerden, klagen Führungskräfte. Die avisierte Freiheit klingt für die Manager wie ein Aussetzen in der Wildnis.
Der Konzern selbst will sich von vermeintlichem Ballast befreien. Vorstandschefin Martina Merz will aus dem Stahl raus, um den Rest von Thyssen-Krupp wirtschaftlich zu stabilisieren. Aber die Umsetzung des „Freedom“-Plans wird nach Informationen des Handelsblatts immer schwieriger.
Denn die Stahlsparte mit der Kernhütte in Duisburg ist wirtschaftlich in einer derart schlechten Verfassung, dass an einen Börsengang derzeit kaum zu denken ist. Ein Verkauf gilt nach mehreren gescheiterten Anläufen ohnehin als aussichtslos, im Moment zumindest. Die bittere Konsequenz: Thyssen-Krupp müsse den Geschäftsbereich erst runderneuern und zugleich eine neue Strategie entwickeln, berichten Führungskräfte.