Thyssen-Krupp: Vorstandschef Miguel López will bei Stahlsparte durchgreifen
Düsseldorf, Berlin. Thyssen-Krupp-Chef Miguel López will nach monatelangem Streit mit der Stahltochter offenbar deren Vorstand ablösen. Drei von fünf Vorständen der Gesellschaft seien Vereinbarungen für eine vorzeitige Vertragsaufhebung unterbreitet worden, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Industriekonzerns. Darunter sei auch Stahlchef Bernhard Osburg.
Thyssen-Krupp Steel wollte sich zu dem Vorgang auf Anfrage nicht äußern. Der Mutterkonzern Thyssen-Krupp erklärte dazu, dass man sich zu Personalspekulationen grundsätzlich nicht öffentlich äußere.
Noch ist offen, wie der Aufsichtsrat der Stahltochter und vor allem die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium auf den Schritt reagieren. Das Gremium trifft sich am Donnerstag.
Thyssen-Krupp will sich von Stahltochter trennen
Neben dem Stahlchef Bernhard Osburg sollen auch Personalvorstand Markus Grolms und Produktionsvorständin Heike Denecke-Arnold betroffen sein. Vor allem Letzteres können Konzerninsider nicht nachvollziehen. Denecke-Arnold ist seit zwei Jahren Vorstandsmitglied der Stahlsparte. Laut Insidern habe die Vorständin die Performance verbessert.
Betrieben werde der personelle Umbau von Konzernchef Miguel López, der mit den Planungen für eine Neuaufstellung des Stahlgeschäfts unzufrieden sei, berichten Konzerninsider. Die Muttergesellschaft will sich von der seit Jahren defizitären Tochter trennen und hat bereits ein Fünftel an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky verkauft.