Insolvenz: Hakle-Chef Jung: „Hätten wir die Staatshilfe schneller bekommen, wären wir jetzt nicht zahlungsunfähig“
„Die Energiekosten haben uns in die Zahlungsunfähigkeit getrieben.“
Foto: Dominik Asbach/laifDüsseldorf. Der Chef des insolventen Toilettenpapierherstellers Hakle macht auch die verzögerte Auszahlung von Staatshilfen für seine Insolvenzanmeldung verantwortlich. „Hätten wir die Staatshilfe schneller bekommen, wären wir jetzt nicht zahlungsunfähig“, sagte Inhaber Volker Jung dem Handelsblatt. „Wir reden von einem siebenstelligen Betrag, der uns zugestanden hätte – und den wir dringend zur Finanzierung unserer Energiekosten gebraucht hätten.“
Die Herstellung von Toilettenpapier gilt als energieintensiv. Der Staat hatte versprochen, Unternehmen wie Hakle mit dem Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) zu unterstützen. Nach eigenem Bekunden hat Hakle am 18. Juli einen Antrag gestellt. „Mitte August haben wir nachgefragt. Vom zuständigen Amt hieß es, dass sie noch das IT-System dafür aufbauen müssten“, so Jung. „Bis zum Insolvenzantrag haben wir keinen Cent gesehen, nun sind wir nicht mehr empfangsberechtigt.“
Auf Anfrage des Handelsblatts teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, dass es „mehrfach Rückfragen bei dem Unternehmen wegen fehlender Angaben und Unterlagen“ gegeben habe. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sei nicht „über eine unmittelbar bevorstehende Insolvenz informiert“ worden. Es gebe keine IT-Probleme, die eine Auszahlung verhinderten.