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Disney-ChefBob Iger ist der mächtigste Manager in Hollywood

Die Übernahme von 21st Century Fox macht den Disney-Chef zum mächtigsten Manager in Hollywood. Es ist die Krönung einer steilen Karriere.Thomas Jahn, Astrid Dörner 29.07.2018 - 18:05 Uhr Artikel anhören

Der Vertrag des Disney-Chefs ist überaus lukrativ.

Foto: dpa

New York. Bob Iger ist endlich am Ziel. Homer Simpson, Mickey Maus, Luke Skywalker und X-Men – sie alle gehören jetzt zu seinem Konzern. Am vergangenen Freitag sprachen sich die Aktionäre von 21st Century Fox für den Verkauf an Walt Disney aus – und Disney-Chef Iger steht als großer Sieger da.

Nach einem Bietergefecht mit dem Kabelkonzern Comcast zahlt Disney insgesamt 71 Milliarden Dollar für den Film- und Fernsehproduzenten. Der Deal macht Iger nun zum mächtigsten Manager in Hollywood – und er ist die Krönung einer beachtlichen Karriere.

Anfangs verkündete Iger die Wettervorhersage bei einem kleinen Fernsehsender. Eigentlich wollte er Starmoderator werden, erkannte jedoch schnell, dass er im Management bessere Chancen hat. Iger machte beim Sender ABC Karriere, der in den 1990er-Jahren von Disney übernommen wurde.

Seit 2005 steht er bereits an der Spitze des Mickey-Maus-Konzerns – und hat ihn strategisch ausgebaut. Er übernahm die Superheldenschmiede Marvel ebenso wie Lucas Film, die Erfinder von Star Wars. Die Filmstudios von 21st Century Fox sollen Disney künftig dabei helfen, Angreifer wie Netflix und Amazon auf Distanz zu halten.

Große Marktmacht

Disneys Marktmacht an den Kinokassen ist ohnehin stark. Der Konzern kontrolliert rund 40 Prozent aller US-Kinoeinnahmen in diesem Jahr. Die nächstgrößeren Filmstudios Warner Bros und Universal kommen auf nur 16 und 15 Prozent Marktanteil, alle anderen liegen im einstelligen Prozentsatz noch deutlich dahinter. Mit der Übernahme gewinnt Disney nun auch im Fernsehmarkt weiter an Einfluss. So besitzt der Konzern beispielsweise die Rechte an den Simpsons. Eine legendäre Marke, deren 30. Staffel in diesem September beginnt. Es ist die am längsten laufende TV-Drehbuchserie aller Zeiten.

Die US-Kartellbehörden winkten die Übernahme von 21st Century Fox bereits durch. Es gab nur einige Auflagen, so muss Disney zum Beispiel regionale Sender abgeben. Die Aufseher folgen dabei Igers Logik: Das traditionelle TV-Geschäft löst sich auf, die Zukunft gehört Streamingdiensten, die mit Eigenproduktionen zunehmend die Zuschauer auf ihre Seite ziehen. Hier setzt Iger auf Hulu. Mit 21st Century Fox verdoppelt Disney seinen Anteil an dem Streamingdienst und besitzt mit 60 Prozent jetzt die Mehrheit. Weitere Anteilseigner sind Comcast mit 30 und AT&T mit zehn Prozent.

Igers Erfolg hat ihn aber auch zur politischen Zielscheibe gemacht. Senator Bernie Sanders, der 2016 für das Amt des US-Präsidenten kandidierte, hat Igers üppige Vergütung immer wieder kritisiert. Denn sie stehe im krassen Gegensatz zu den vielen Mitarbeitern in Disneys Vergnügungsparks, die nicht genug verdienen würden, um sich auch nur das Nötigste zu leisten.

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Avatar, Simpsons und Ally McBeal könnten bald zu Disney gehören

Im gleichen Jahr wies der Disney-Chef die Vorwürfe in einem wütenden Facebook-Post an Sanders zurück. „Wir haben in Disneyland 11.000 neue Jobs in den vergangenen zehn Jahren geschaffen. Auf wie viele kommen Sie? Was haben Sie für die US-Wirtschaft getan?“, giftete Iger.

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Er hatte im Wahlkampf Sanders’ Konkurrentin Hillary Clinton unterstützt. Wie viele andere Vorstandschefs gehörte er zunächst auch einem Beratergremium von US-Präsident Donald Trump an. Iger legte das Amt jedoch nieder, als Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg.

Die Übernahme von 21st Century Fox hat auch die Diskussionen um Igers Nachfolge neu angefacht. Iger hatte seinen Vertrag in den vergangenen Jahren immer wieder verlängert, zuletzt Ende 2017 für weitere vier Jahre. Einen Nachfolger aufzubauen hatte bei Disney daher lange Zeit keine Priorität. Zu viel Spaß hatte Iger an der Spitze des weltgrößten Medienkonzerns.

Sein derzeitiger Vertrag ist zudem überaus lukrativ. Berechnungen des Aktionärsberaters ISS zufolge könnte er bis Ende 2021 mehr als 400 Millionen Dollar verdienen.

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