Korruptionsskandal in Südafrika: SAP führt strengere Kontrollen ein
SAP muss Umsatz liefern, aber auf die richtige Art.
Foto: SAPDüsseldorf. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, viele Fragen noch offen. Trotzdem hat SAP am Donnerstag einen „Zwischenstand zu den Südafrika-Untersuchungen“ vorgelegt, wie es der Softwarekonzern formulierte. Es gibt viel zu erklären.
Denn SAP sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Die Firma soll im Land am Kap mit der Unternehmerfamilie Gupta zweifelhafte Geschäfte gemacht haben, um sich Aufträge bei staatlichen Unternehmen zu verschaffen. Der Clan pflegt enge Beziehungen zum Staatspräsidenten Jacob Zuma, was lukrative Aufträge und großen Einfluss auf staatliche Institutionen verschafft.
Nun hat der Softwarehersteller erstmals „mögliches Fehlverhalten“ zugegeben. Daraus zieht der Vorstand Konsequenzen fürs weltweite Geschäft und führt strengere Kontrollen ein. Dabei geht es nicht zuletzt darum, die US-Behörden zu beschwichtigen. Die reagieren bei Verstößen gegen ihre Anti-Korruptions-Gesetze oft drastisch – auch wenn sie im Ausland passieren.
Belege für Zahlungen an südafrikanische Regierungsvertreter habe die Untersuchung bislang nicht hervorgebracht, betonte Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ein Fehlverhalten habe es aber womöglich beim Umgang mit Akteuren „aus dem Umfeld der Gupta-Familie“ gegeben, die beim Zustandekommen der Verträge mit den Staatsfirmen Transnet und Eskom eine Rolle spielten. Der Konzern hat daher gegen drei Manager, die bereits beurlaubt sind, formale Disziplinarverfahren eingeleitet.