Übernahme: Juristische Schlappe für Paramount im Bieter-Streit um Warner
New York. Im Streit um die Übernahme des Unterhaltungskonzerns Warner Bros Discovery muss Paramount einen juristischen Rückschlag hinnehmen. Ein US-Richter lehnte am Donnerstag einen Antrag des Unternehmens auf eine Beschleunigung des Verfahrens ab. Paramount will vom Rivalen Warner Auskunft darüber, warum er die 83 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte des Streaminganbieters Netflix dem Paramount-Angebot vorzieht. Dieses hat ein Volumen von rund 108 Milliarden Dollar.
Keines der drei Unternehmen war für eine Stellungnahme zu der Gerichtsentscheidung zu erreichen. Die Aktien von Warner und Netflix stiegen am Donnerstag an der Wall Street um jeweils rund ein Prozent. Die Titel von Paramount gaben dagegen ein knappes Prozent nach.
Warner Bros will die Hintergründe der Entscheidung zugunsten von Netflix früheren Angaben zufolge erst dann offenlegen, wenn die Aktionäre diesem Deal zugestimmt haben. Ein Termin für eine Abstimmung steht noch nicht fest.
Warner Bros hält die Rechte an Filmklassikern wie „Casablanca“, der „Harry Potter“-Reihe oder der TV-Serie „Game of Thrones“. Zum Konzern gehören außerdem der Bezahlsender HBO und der Nachrichtenkanal CNN.
Das Unternehmen hat die Offerte von Paramount mehrfach zurückgewiesen. Das Management begründet dies unter anderem damit, dass die Finanzierung der Transaktion unsicher sei. Die Aktionäre sollten daher das Netflix-Angebot annehmen.
Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge will der Streamingdienst den Warner-Eignern eine reine Barofferte unterbreiten. Bislang bietet Netflix 27,75 Dollar je Aktie in bar und eigenen Anteilsscheinen.
Paramount hatte seine Offerte Anfang Dezember auf 30 Dollar je Aktie angehoben. Wegen Zweifeln an den Finanzierungsplänen hatte US-Milliardär Larry Ellison eine Garantie über rund 40 Milliarden Dollar abgegeben. Der Mitgründer des SAP-Rivalen Oracle ist der Vater von Paramount-Chef David Ellison.