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China-Geschäft So reagieren deutsche Unternehmen auf das Coronavirus

Das Coronavirus hat Folgen für zahlreiche Konzerne. Einige geben Hygienehinweise, andere untersagen generell Reisen nach China – oder fliegen Mitarbeiter aus.
28.01.2020 - 19:12 Uhr Kommentieren
Der Autobauer schickt Tausende seiner Mitarbeiter in Peking zeitweise ins Homeoffice. Quelle: AFP/Getty Images
VW-Werk in Chengdu

Der Autobauer schickt Tausende seiner Mitarbeiter in Peking zeitweise ins Homeoffice.

(Foto: AFP/Getty Images)

Düsseldorf Am Montag ging der Mitarbeiter des bayerischen Automobilzulieferers Webasto noch zur Arbeit. Schon einen Tag später fand er sich auf der Isolierstation in einem Münchener Krankenhaus wieder. Die Diagnose der Ärzte: Coronavirus.

Angesteckt hatte sich der 33-Jährige offenbar bei einem chinesischen Gast seines Unternehmens. 170 Kontaktpersonen aus der Firma und dem Familienkreis werden nun überprüft. Den übrigen Mitarbeitern hat das Unternehmen freigestellt, ob sie in dieser Woche auf der Arbeit erscheinen wollen. Sämtliche Dienstreisen nach China sind für vorerst zwei Wochen gestrichen.

So wie Webasto müssen sich derzeit viele deutsche Unternehmen mit der Frage auseinandersetzen, wie sie angesichts ihrer zahlreichen Verbindungen in die Volksrepublik auf den dortigen Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit reagieren. Viele von ihnen sind im größten Verbreitungsgebiet, der Großstadt Wuhan, mit eigenen Niederlassungen vertreten – darunter Deutsche Telekom, Metro und Siemens.

Als Vorsichtsmaßnahme haben einige der Konzerne ihren Mitarbeitern bis auf weiteres Dienstreisen nach China untersagt. Dazu zählt etwa der Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro, bei dem die Sperre auf unbestimmte Zeit gilt. „Wir beobachten die Entwicklung in China auch während der aktuellen Neujahrsferien mit größter Sorgfalt. Die Gesundheit und der Schutz unserer Mitarbeiter stehen dabei an erster Stelle“, erklärte ein Sprecher.

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Standort erkennen

    Bereits seit vergangener Woche waren die Mitarbeiter angehalten, keine Reisen nach Wuhan anzutreten. In der Stadt selbst hat Covestro keinen Standort, der Hauptsitz des Chinageschäfts ist in Schanghai. Auswirkungen auf das operative Geschäft habe der Virusausbruch bisher nicht, heißt es bei Covestro.

    Andere, wie der Chemiehersteller BASF und der Pharmakonzern Bayer, haben sich gegen ein generelles Reiseverbot nach China entschieden. BASF etwa empfiehlt seinen Mitarbeitern, Flüge in das Land sorgfältig abzuwägen, untersagt ihnen aber Reisen in die Problemregion Wuhan. Der Konzern unterhält keinen eigenen Standort in der Stadt, dort arbeiten aber 22 chinesische Mitarbeiter im technischen Service für einen Kunden.

    Expats dürfen in China bleiben

    Bei Bayer heißt es, alle Mitarbeiter des Konzerns würden generell bei Dienstreisen über mögliche Gefährdungen in ihrem Zielland informiert und beraten – auch zum Thema Gesundheit. Gegebenenfalls werden entsprechende Verhaltenshinweise gegeben oder auch Verbote von Dienstreisen in bestimmte Regionen ausgesprochen, sollte dort beispielsweise die Gesundheit des Reisenden gefährdet sein.

    „Die Situation in China wird von unseren Fachabteilungen weiterhin aufmerksam beobachtet und bewertet und gegebenenfalls würden unsere Sicherheitsmaßnahmen angepasst“, sagte ein Bayer-Sprecher. Es sei momentan nicht geplant, Expats oder Dienstreisende aus China zurückzuholen. Auswirkungen auf das operative Geschäft durch den Virus spürt nach eigener Aussage bislang keines der genannten Unternehmen.

    Der französische Autobauer Peugeot ist bereits dabei, einzelne Mitarbeiter aus Wuhan auszufliegen. Konkurrent VW schickt Tausende seiner Mitarbeiter in Peking zeitweise ins Homeoffice. Für zwei Wochen sollten die Mitarbeiter dort nach dem chinesischen Neujahrsfest noch bleiben, bevor sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

    Grafik

    Bei den Fluggesellschaften indes hat der Ausbruch der Lungenkrankheit bereits handfeste wirtschaftliche Folgen. „Wir verzeichnen ein leicht zurückgehendes Buchungsverhalten bei Flügen von und nach China“, heißt es etwa bei der Lufthansa. Es würden weniger Geschäftsreisen gebucht und Pauschalreisen abgesagt. Weitere Details nannte der Sprecher nicht.

    Zum anderen müssen die Airlines Maßnahmen zum Schutz ihrer eigenen Mitarbeiter ergreifen. Lufthansa stellt zum Beispiel Masken zur Verfügung. Das Personal könne dann selbst entscheiden, ob sie diese anlegen oder nicht. Emirates wiederum empfiehlt den eigenen Mitarbeitern, die Crew-Hotels in China am besten nicht zu verlassen.

    Gleichzeitig hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ein Bulletin mit Empfehlungen für den Umgang mit dem Coronavirus herausgegeben. Die Behörde rät den Airlines unter anderem, das Personal soweit zu sensibilisieren, dass sie die Symptome der Krankheit sofort erkennen können.

    Telekom gibt Verhaltenstipps

    Gibt es einen Verdacht auf Erkrankung, sollten umgehend Maßnahmen zum eigenen Schutz ergriffen werden. Dazu sollten entsprechende Notfallsets mit Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und anderen Utensilien vorgehalten werden. Zudem sollte die Kabinen-Crews bei einem Verdacht auf Erkrankung von allen Passagieren an Bord relevante Angaben wie etwa die weiteren Reiseziele einsammeln.

    Empfehlungen spricht auch die Deutsche Telekom aus. So rät das Unternehmen seinen Mitarbeitern, Papier- statt Stofftaschentücher zu verwenden, die Räume regelmäßig zu lüften und unter anderem das Händeschütteln zu vermeiden.

    Auch beim generellen Umgang mit Husten und Schnupfen gibt der IT-Konzern der Belegschaft Tipps. So heißt es in Hygienehinweisen für die Mitarbeiter, das Handvorhalten beim Niesen oder Husten sei „gut gemeint, aber nutzlos“. Stattdessen sei es besser, in den Ärmel oder die Armbeuge zu niesen. „So verhindern Sie, dass sich andere durch Ihren Händedruck anstecken.“

    Glück im Unglück hatte bislang der Industriebatterien-Hersteller Hoppecke aus dem sauerländischen Brilon: Der Mittelständler ist mit 23 Tochtergesellschaften in China vertreten, allein in Wuhan sind 500 Mitarbeiter beschäftigt.

    Doch 99 Prozent der Mitarbeiter befänden sich wegen des chinesischen Neujahrsfests ohnehin im Urlaub, teilte das Unternehmen mit. Bis zum 9. Februar soll das Werk in Wuhan geschlossen bleiben – nur wenige Tage nach dem geplanten Ende der Betriebspause am 3. Februar.

    Auch für die Mitarbeiter des bayerischen Autozulieferers Webasto hat die Infektion ihres Kollegen bereits erste Folgen. 170 Personen müssten nun für eine Woche ein „Fiebertagebuch“ führen, teilte der Konzern am Dienstag mit. So soll festgestellt werden, ob sie sich ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert haben.

    Mehr: Zwei Mitarbeiter des Autozulieferers haben sich mit dem Virus angesteckt. Webasto leitet direkt mehrere Schritte ein, doch die Verunsicherung bleibt groß.

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