Künstliche Intelligenz: „Wir müssen selbst nachdenken, sonst verkümmert unser Gehirn“
Düsseldorf. „Macht uns KI denkfaul?“, titelte das US-Magazin „MIT Technology Review“ kürzlich. Anlass war eine Studie am MIT Media Lab, die international für Aufruhr sorgte. Denn sie gibt Hinweise darauf, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) unser Gehirn verändert – und zwar nicht zum Besseren.
Das Forscherteam teilte 54 Probanden in drei Gruppen ein: Eine Gruppe schrieb Aufsätze ohne Hilfsmittel, die zweite nutzte Online-Suchmaschinen, und die dritte verwendete ChatGPT. Mit einem EEG-Gerät wurde die Gehirnaktivität der Probanden gemessen.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Die KI-Nutzer zeigten die geringste neuronale Aktivität in den Bereichen des Gehirns, die für Kreativität und Aufmerksamkeit zuständig sind, und ihre Aufsätze waren inhaltlich gleichförmiger. Außerdem hatten die Probanden Schwierigkeiten, einen Satz aus dem Aufsatz zu zitieren, den sie gerade verfasst hatten.
Macht KI uns also träge, unkreativ und vergesslich? Das Handelsblatt hat bei Neuropsychologin Laura Wünsch nachgefragt. Erstes Indiz: Sie selbst nutzt KI nur dann, wenn sie allein nicht weiterkommt.