Michael Garvens: Ermittlungen gegen Ex-Chef des Kölner Flughafens könnten eingestellt werden
Sein Missmanagement soll den Flughafen Köln-Bonn Millionen von Euro gekostet haben.
Foto: imago/Future ImageTiefe Schatten hängen inzwischen über der 15-jährigen Amtszeit von Michael Garvens als Geschäftsführer des Flughafens Köln-Bonn. Zwar stiegen die Passagierzahlen in dieser Zeit rapide, das Wachstum war aber offenbar mit üppigen Rabatten erkauft. Der Brandschutz wurde laut Gutachten schwer vernachlässigt, Dutzende von Angestellten stellte Garvens grundlos frei. Allein dies kostete den Flughafen 3,5 Millionen Euro.
Zum Vergleich: 2016 betrug der Überschuss ebenfalls 3,5 Millionen. Garvens hat nun eine Botschaft an den Flughafen: Wenn es dort jemanden gibt, der Ansprüche geltend machen will, soll er sich einen Anderen suchen. „Mein Mandant hat die erhobenen Vorwürfe substanziiert in jedem Einzelfall widerlegt“, so sein Anwalt. „Sollte der Flughafen anderer Auffassung sein, ist es ihm unbenommen, den jeweiligen Versicherer in Anspruch zu nehmen.“
Nach Handelsblatt-Recherchen gibt es einen Grund für Garvens‘ Lockerheit: Die Staatsanwaltschaft Köln ist dabei, die Ermittlungen gegen den 59-Jährigen einzustellen. Noch läuft das Verfahren wegen des Verdachts auf Untreue, sagt ein Sprecher. Doch intern ist zu hören: nicht mehr lang.
Auch zivilrechtlich sieht es für Garvens viel freundlicher aus als zur Jahreswende. Dem Aufsichtsrat lag ein Gutachten vor, das Millionenansprüche gegen Garvens auswies. Aufsichtsratschef Friedrich Merz rief dann aber zwei neue Prüfer herbei. Deren Berichte beziffern den Schaden auf einen Bruchteil. Schon jetzt steht fest: Der Flughafen wird von Garvens niemals so viel Schadensersatz erhalten, wie die Analyse des Schadens kostete.