Microsoft-Gründer: Bill Gates: Die Schattenseite des Genies
Der Microsoft-Gründer erhält der Sonderpreis „Unternehmerbuch des Jahres" 2021.
Foto: via REUTERSSan Francisco. Was seine größte Angst sei? Der Herr mit den grauen Haaren und der Hornbrille rutscht auf dem Stuhl hin und her. Wie bei den Fragen zuvor schaut er lieber auf den Boden als dem Reporter ins Gesicht. Mit einer Stimme, die jedes Mal aufs Neue überraschend schrill klingt, antwortet er dann: „Ich will nicht, dass mein Gehirn aufhört zu funktionieren.“
Dieses Gehirn, oder besser gesagt: das Genie dahinter ist Gegenstand der Netflix-Dokumentation „Inside Bill’s Brain“, die in den USA seit eineinhalb Jahren zu sehen ist. In einer Zeit, in der Millionen von Amerikanern auf die Couch verbannt worden waren und Streaming-Dienste ihr Tor zur Außenwelt war, wurde die Dokumentation eine der populärsten des vergangenen Jahres.
Die Bürger wollten mehr wissen über Bill Gates: den Mann, der jedem Kind als Milliardär- und Microsoft-Gründer bekannt ist, der nun überall zur Corona-Pandemie sprach – und schon vor Jahren vor dieser gewarnt hatte.
Amerikaner lieben erfolgreiche Unternehmer, sie wählen sie zu Bürgermeistern oder gar zum Präsidenten. Reichtum gilt als Leistungsausweis, ihn zu verschenken als modernes Samaritertum. Schwächen und Schattenseiten werden oft verdrängt. Helden müssen eine weiße Weste haben, keine graue.