Bill Gates im Interview: „mRNA ist nicht die einzige Plattform, die während der Pandemie Quantensprünge vollzogen hat“
Der Microsoft-Gründer liest Bücher im Eiltempo – am liebsten Sachbücher über komplexe Probleme.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Das Thema Innovation ist ein dankbares – damit kann man Bill Gates gut zum Gespräch locken. Der Microsoft-Gründer hat gerade erst ein Buch über den Kampf gegen den Klimawandel geschrieben und darüber, wie man ihn mit neuer Technologie und Technik bekämpft. Allerdings ist Bill Gates' Terminkalender voll, andere Verpflichtungen sind wichtiger.
Daher der Kompromiss: Das Handelsblatt stellte eine Handvoll Fragen zur Innovation, die Bill Gates schriftlich beantwortet. Das erklärt auch, warum es keine Frage zur kürzlichen Trennung von Bill und Melinda Gates gibt.
Trotz der Beschränkungen kam es zu einem lesenswerten Austausch:
Herr Gates, was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Innovationen der Geschichte?
Das ist eine schwierige Frage, die Auswahl ist wirklich gewaltig. Für so viele Innovationen, die im Lauf der Geschichte vollbracht wurden, könnte man eine gute Argumentationslinie finden, für Feuer etwa, für die Landwirtschaft, für Stahl oder die Druckerpresse. Aber angesichts dessen, was wir im vergangenen Jahr durchgemacht haben, muss ich allen voran „Impfstoffe“ sagen. Covid-19-Impfstoffe haben uns die große Hoffnung gegeben, dass wir dieses Jahr die Pandemie überwinden. Davon abgesehen haben Impfstoffe zahlreiche Krankheiten bezwungen, die vormals ein Leben voller Schmerz, Leid oder Tod bedeutet haben. Mit Impfstoffen konnten die Pocken vollständig ausgerottet werden, die Welt ist nah daran, Polio ein Ende zu setzen, und Krankheiten wie die Masern sind heute viel weniger tödlich.