Mukesh Ambani: Asiens reichster Mann steigt in den Wasserstoff-Wettlauf ein
Der 64-Jährige will zu Indiens neuem Klimahelden aufsteigen.
Foto: ReutersBangkok. Es ist nicht gerade ein umweltfreundlicher Lebensstil, den Asiens reichster Mann im Süden der indischen Millionenmetropole Mumbai pflegt. Mukesh Ambani, der Chef von Indiens größtem börsennotieren Konzern Reliance, hat sich hier in einem Wolkenkratzer der Superlative eingerichtet. Sein 173 Meter hohes Luxus-Wohnhochhaus bietet eine Garage für mehr als 100 Fahrzeuge, drei Hubschrauberlandeplätze und einen Raum mit künstlichem Schnee, in dem er sich von den tropischen Temperaturen auf dem Subkontinent etwas erholen kann.
Doch ungeachtet seiner privat wie beruflich fragwürdigen CO2-Bilanz – Ambani hat einen Großteil seines 80-Milliarden-Dollar-Vermögens dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen zu verdanken – möchte der 64-Jährige nun zu Indiens neuem Klimahelden aufsteigen. Er will dafür im Laufe der nächsten drei Jahre zehn Milliarden Dollar in eine grüne Neuausrichtung seines Konzerns investieren und künftig den Subkontinent mit umweltfreundlichem Wasserstoff versorgen.
Im Zentrum von Ambanis neuer Unternehmensstrategie steht ein ambitioniertes Großprojekt im Bundesstaat Gujarat, mit dem der Reliance-Chef Indiens Markt für erneuerbare Energien und neue Antriebstechnologien aufmischen möchte. Er plant dort, in der Heimat von Premierminister Narendra Modi, den Bau des nach seinem Vater benannten „Dhirubhai Ambani Green Energy Giga Complex“, der 20 Quadratkilometer umfassen soll und damit doppelt so groß wird wie der Berliner Stadtteil Kreuzberg.