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Paul-Bernhard KallenBurdas bester Mann

Paul-Bernhard Kallen ist im Medienhaus Burda der oberste Vermögensvermehrer. Nun darf der 60-Jährige, dem der Umgang mit Geld in die Wiege gelegt wurde, die wichtigsten Gremien der neuen Burda-Rechtsform „SE“ leiten.Hans-Jürgen Jakobs 04.07.2017 - 08:32 Uhr Artikel anhören

CEO und Chairman der neuen Gesellschaft.

Foto: Thomas Einberger für Handelsblatt

München. Auf seine Unabhängigkeit legt Paul-Bernhard Kallen, 60, stets großen Wert. Als Spross einer Kaufmannsfamilie aus Neuss war er früh mit größeren Vermögenswerten vertraut, die eine solche Haltung nun einmal spürbar fördern. Qua Heirat ist er zudem mit einer weiteren rheinischen Dynastie eng verbunden. Geld verdirbt den Charakter nur bei denen, die es nicht haben.

Er reise „grundsätzlich immer mit sehr leichtem Gepäck“, pflegte der promovierte Volkswirt noch 2016 zu antworten, wenn man ihn nach seinen Bindungen zum Medienkonzern des Hubert Burda, 77, fragte, den er seit 2010 mit wachsender Effizienz geleitet hat. Doch zur persönlichen Lebensplanung in dem publizistisch-technologischen Verbund („Bunte“, Etsy, Xing) verriet er nur: „So lange wie nötig, so kurz wie möglich.“

Es ist offenbar noch länger nötig. Kallen genießt künftig bei Burda auf viele Jahre – durch eine aktuelle organisatorische Änderung – einen ungewöhnlichen Machtzuwachs, der ihn aus der Schar deutscher Manager, rein titelmäßig, deutlich heraushebt. Der Ex-McKinsey-Berater bleibt nicht nur als Vorstandschef („CEO“) fürs Tagesgeschäft zuständig, er übernimmt zudem den Vorsitz eines neu installierten Verwaltungsrats, kontrolliert sich also selbst. Damit hat der Chairman-CEO einen Gestaltungsspielraum, wie er in börsennotierten US-Konzernen von Aktionären oft kritisiert wird.

Aber Burda ist ein Familienunternehmen, in dem Gründerenkel Hubert Burda weiter das letzte Sagen hat – er hält bei einem Kapitalanteil von 25,1 Prozent die Mehrheit der Stimmrechte. Zwecks Zukunftssicherung hat sich der promovierte Kunsthistoriker eine Umwandlung der maßgeblichen Personengesellschaft einfallen lassen: von der GmbH in die Europäische Gesellschaft („SE“). Hintergrund sei die „verstärkte Internationalisierung des Konzerns“, heißt es bei Burda. Die neue Rechtsform ist bei Firmen beliebt, die flexibel agieren wollen und womöglich einen SE-Sitz in anderen EU-Ländern planen.

In den Verwaltungsrat zieht mit Kallen auch Rechtsvorstand Andreas Rittstieg ein. In dem Gremium treffen die beiden auf Hubert Burda sowie dessen Kinder Jacob Burda, 27, und Elisabeth Furtwängler, 25, die je 37,5 Prozent halten. Externe Kräfte fehlen. Er habe größtes Vertrauen, dass seine Kinder „einmal ein sehr gut aufgestelltes, innovatives und zukunftsfähiges Unternehmen übernehmen werden“, sagt Prinzipal Burda. Um die Heranführung dieses Nachwuchses kümmert sich Kallen, der in Duisburg auch für die Haniel-Familie nach dem Rechten sieht.

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In der Hauptsache beschäftigen ihn aber die Abwehr von US-Giganten im Digitalgeschäft und vor allem eine lebendige Sortimentsführung, wozu der An- und Verkauf von Einheiten gehört. Zuletzt erstand Kallen in London den Verlag rund um das Blatt „Radio Times“ für 300 Millionen ‧Euro. Dadurch dürfte der Gesamtumsatz auf 2,5 Milliarden Euro steigen. Der Medienchef gewährleiste Kontinuität und treibe andererseits „die Transformation unserer Geschäfte entschieden voran“, lobt Hubert Burda, dessen jüngster Eingriff nur der Firmenholding gilt. Er freue sich, mit der langfristigen Bindung Kallens „die notwendige Stabilität für die nächste Dekade geschaffen haben“.

Der Satz lässt die Interpretation zu, dass Kallen bis 2027 auf dem Kutschbock bleibt, zumindest als Chefaufseher. Dann wird er 70 sein – und damit in einem Alter, in dem ein Leben ohne Burda möglich sein könnte.

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