Soziales Netzwerk: Facebook-Vize Sheryl Sandberg laufen die Mitarbeiter weg
Die Managerin war in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Spekulationen.
Foto: APSan Francisco. Traditionell verlassen Führungskräfte Facebook nicht. Das Management des Unternehmens aus Menlo Park blieb über die Jahre sehr stabil – bis jetzt. Denn in dem Jahr, in dem Facebook nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica wegen Verletzungen der Privatsphäre in die Kritik geriet, verliert Geschäftsführerin Sheryl Sandberg bereits den zweiten Topmanager.
Nach zwölf Jahren im Unternehmen reichte Dan Rose seinen Abschied ein. Der Leiter der Geschäftsentwicklung berichtete direkt an Sandberg. Er fädelte Deals mit Medien oder Apple und Google ein und steuerte das M&A-Geschäft. Unter seiner Führung kaufte Facebook 2012 den Bilderdienst Instagram, eine seiner wichtigsten Übernahmen.
Erst im Juni verkündete Facebooks oberster Kommunikationschef Elliot Schrage, sich künftig neuen Aufgaben widmen zu wollen. Der PR-Guru geriet für sein zögerliches Krisenmanagement und die Doppelrolle als Politik- und Pressemanager in die Kritik. Inzwischen übernimmt Facebook mehr Verantwortung für Inhalte im Netzwerk und sperrte zuletzt erst wieder Hunderte Nutzerkonten, die Propaganda verbreiteten.
Sandberg selbst war in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Spekulationen. Wann immer in der Medien- oder Technologieindustrie ein Chefposten vakant wird, fällt ihr Name. Die Facebook-Managerin galt als Nachfolgerin von Disney-Chef Bob Iger und von Travis Kalanick, den Gründer des Fahrdienstes Uber. Nun spekulieren Zeitungen, die 48-Jährige könne schon bald Tesla-Chef Elon Musk als starke Nummer zwei beim Autobauer unterstützen.
Dan Rose will noch bis Februar bei Facebook bleiben und sich dann um die Familie kümmern. Gründer Mark Zuckerberg und Sandberg hätten sein Leben verändert, erklärte der Manager. „Ich würde für sie durchs Feuer gehen.“