AfD: Auch Baufirma Goldbeck stellt Mitgliedschaft im Verband infrage
Düsseldorf. Das Ringen um den richtigen Weg im Umgang mit einer „Brandmauer“ gegenüber der AfD beschäftigt ein weiteres prominentes Familienunternehmen. Das Bauunternehmen Goldbeck stellt ebenfalls seine Mitgliedschaft im Verband „Die Familienunternehmer“ infrage.
Der Spezialist für serielles Bauen mit zuletzt 6,3 Milliarden Euro Umsatz ist dort seit vielen Jahren passives Mitglied. „Wir prüfen in den kommenden Tagen sorgfältig unsere Mitgliedschaft im Verband vor dem Hintergrund, ob diese Mitgliedschaft noch mit unseren Werten vereinbar ist“, teilte das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatts mit.
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Inzwischen hat auch der Getränkehersteller Fritz-Kola den Verband verlassen, wie das Unternehmen dem Handelsblatt bestätigte: „Die Entscheidung der Verbandsführung, die bisherige Distanz gegenüber der AfD aufzugeben, steht nicht im Einklang mit den Grundsätzen, die Fritz-Kola als Unternehmen vertritt.“
Seit Montag steht der Verband in der Kritik, als seine Vorsitzende, Marie-Christine Ostermann, im Handelsblatt den Beschluss verteidigte, „mit AfD-Fachpolitikern auf bundespolitischer Ebene ins Gespräch zu kommen, ohne ihnen eine Bühne zu geben“. Diese Entscheidung war vom Bundesvorstand, von den Landesvorsitzenden und Kommissionsvorsitzenden bereits im Frühjahr getroffen worden.
Offenbar hatten aber viele Mitglieder erst jetzt aus den Medien davon erfahren und ziehen Konsequenzen.
Ein Sprecher von Goldbeck teilte mit: „Die Werte, auf denen unser Handeln und unsere Entscheidungen beruhen, sind Menschlichkeit, Vertrauen, Verantwortung, Leistung und Pioniergeist.“ Diese Werte seien der Kompass des 1969 gegründeten Familienunternehmens bei Entscheidungen und in der Zusammenarbeit mit anderen. „Unser Ziel ist ein gutes Miteinander sowie ein verantwortungsvolles wirtschaftliches und menschliches Handeln“, sagte der Sprecher.
Beim Verband „Die Familienunternehmer“ werden nicht die Firmen, sondern die Eigentümer Mitglied. Daher teilte das Unternehmen aus Bielefeld weiter mit, dass einst der Firmengründer Ortwin Goldbeck in die Vorgängerorganisation Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer (ASU) eingetreten sei. Aktiv tätig im Verband sei das Unternehmen derzeit nicht.